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Die deutschen Geisslerlieder : Studien zum geistlichen Volksliede des Mittelalters
Entstehung
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149
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Die Liturgie (Lied i). <.q

v erantwortlich zu machen wäre. Das könnte höchstens fürEinzelheiten gelten. Damit ist ein Anhalt gegeben für die Beant-wortung einer weiteren wichtigen Frage, die der Text O stellt-Wie steht es um die Aufteilung der Liturgie? Wo sind dieEinschnitte zu machen, bei denen der Geißelumgang unterbro-chen und die genuflexio mit den zugehörigen Versen eingelegtWurde ? Mit dieser Frage verbindet sich die andere: Wie stehtes mit der, gegen RC gehalten, sonderbaren Strophenfolge inde m mittleren Teile der Form O, von V. 41 bis 77 ? Daß erstDe i der Aufzeichnung die scheinbare Durcheinanderwürfelung^er Strophen erfolgt sei, wird man nicht annehmen dürfen:offenbar haben wir es mit einer wirklich gesungenen Folge zutll n. Anderseits sind die Absatzzeichen bedeutungslos, die die** s - vor V. 10. 25. 41. 92 bringt; sie sind bis auf die letzte Stellel w o ein Versehen vorliegen mag, vgl. V. 91) stets durch denNamen Maria bestimmt. Wie O überliefert ist, müßte man die^arienstrophe 41 ff. noch zu Teil I schlagen; als Grenze zwischenie il II und III wäre offenbar V. 77 anzusetzen. Damit wäreer n Teil I der starke Ausklang genommen, den er in der Schlage-ormel 37 ff. hätte. Aber unverständlich bliebe diese Einreihunger Marienstrophe nicht: sie hätte sich zu dem Passionsteilestunden, zu dem ihr Inhalt sie zu weisen scheint. Man wirdohwerlich sagen dürfen 'zurückgefunden', so daß also O hierln e ursprünglichere Strophenzusammenstellung bewahrt hättels RC; denn der Ausgang, V. 45, rückt die Strophe eben doch^it Str. 70 ff. und 74 ff. zusammen, also in Teil IL Es bleibter nnach, allem Augenschein entgegen, die Möglichkeit, daß 0 einePate Form der dreiteiligen Liturgie auch in ihrer Strophenfolgegetreu aufgezeichnet hat. Teil II freilich, der nunmehr mit^er Ehestrophe einsetzt, mit der er in RC schließt, hat bei dertr °phenverrückung stark gelitten, weil ihm der unterscheidendem gang genommen ist und das Zwiegespräch Christus-Maria,er Kern dieses Stückes, in den Hintergrund geschoben wird.Ein Wort noch über die Verse 3140, die in R, mit be-^°nderem melodischen Satz versehen, den ausdrucksvollenc hluß des ganzen bilden, in O in die Schlußpartie von Teil Iein geschoben sind. Auch in C sind die Verse von ihrer absatz-^hließenden Stellung fortgenommen und, greifbar verkehrt, insn nere von Teil III gerückt. Schon bei C konnte vermuteterden (s. o. S.138), daß diese Versgruppe ihren eigenen Tonsatz