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Die deutschen Geisslerlieder : Studien zum geistlichen Volksliede des Mittelalters
Entstehung
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147
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Die Liturgie (Lied i). 147

die Form umgedeutet werden. Die Auf Schwellung 66 f., dieman vielleicht wieder aus dem Bedürfnis nach vierzeiligenStrophen erklären darf, verdankt ihren zweiten Vers einerAnleihe bei V. 38. __ V. 73 och se statt die weit RC Abschlei-hmg. __ v. 74 müßte so sere ebenfalls als Abschleifung ge-kommen werden, __ wenn nicht vielleicht eine schriftliche

Zwischenstufe im Spiele ist: sere und sote stehen sich graphischverdächtig nahe. In den beiden ersten der mit 78 beginnendenSünderstrophen fehlt die zweite Zeile; das ist kaum bloß einDoppelfehler der Aufzeichnung. Die dritte Strophe hat dieentsprechende Zeile, aber bezeichnenderweise in der trivialstende r Fassungen, die vollständigere Texte hier boten. V. 79(condicional zu nehmen) ist ganz zersungen: in Gi bichten reynescheint das echte Ir bihtend dhaine sunde gar R 3 1 c 34 nach-zuklingen; aber mit der Fortführung und lan de sunde uchr uwe n biegt der Text von O ein in die in anderem Zusammen-hang stehende Zeile C 11: Der bihte rehte, lo sunde ruwen; auchf nr das reyne mag die Zeilenmischung noch verantwortlichse in, die wohl eine Wortmischung dhaine und rehte zur Folgehaben konnte. Auch der Reimvers 80 stammt aus jener fremdenSt elle, in der C 12 ihn bringt. V. 82 vereinfacht und ver-schärft zugleich die ursprüngliche Fassung (R 75): 'du ver-mehrst durch den Wucher ein Lot zum Pfunde'. Die Mörder-strophe (8487) ist deutlich geschrumpft aus einer Fassungmi t Kehrreim (vgl. R 8185).

Aufs ganze gesehen sind die Bestandteile der älteren Fassun-gen gut bewahrt, wenn auch in sich gekürzt und gemodelt.Es fehlt die Freitagstrophe (R 89 ff.), die offensichtlich ur-sprünglich ist, aber von vornherein aus dem Kreis der Sünder-st rophen etwas herausfiel. Es fehlt auch die rekapitulierendeSt rophe, die R an den Schluß von Teil III stellt (107 ff.). Schonobe n S. 134 wurde vermutet, daß hier R eine jüngere Zutatbie tet; der Text O stützt diese Annahme. Auch O hat aller-dings nach den Sünderstrophen eine Art abschließend-zusammen-f assender Strophe: Were dusse böte nicht geworden, De cnsten-beit wer gar Vormunden usw. 88ff.'), aber sie ist von jener Schluß-^Phe in R bedeutungsvoll unterschieden: dort eine ins ein-

,. ') Hoffmann v. Fall. Kirchenl. S. 148 verkennt völlig den volks-**»»aften Charakter dieser Strophe, wenn er ihr mit starken Eingriffen zwei

1Ile Reime geben will.

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