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Die deutschen Geisslerlieder : Studien zum geistlichen Volksliede des Mittelalters
Entstehung
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135
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Die Liturgie (Lied i). 135

Teil bezeichnenden; daß die Str. i abzusondern ist, erhellt ausinhaltlichen und formalen Gründen ohne weiteres. Wenn auch!i die Form der Dreireimstrophe zeigt, so ist der Schlußgerechtfertigt, daß diese drei Stücke einmal zusammengehörthaben Hier'schimmert ein anderer Grundriß der Lit. durchdie uns erhaltene Form hindurch, ein Grundriß, der mit demWerberuf von I i begann und dann unmittelbar die Be-gründung für den Werberuf und das ganze Geißlerwesen folgenüeß durch eine epische Darstellung der Haupttatsachen desHimmelsbriefes: denn darauf läuft es bei Ted II hinausAber diese liedmäßige Paraphrase des Himmelsbriefes istoffenbar nur unvollständig, in irgendwie ausgehöhlter üe-stalt erhalten; zumindest erwartet man noch eine Strophe,die aus der in Str. 2 und 3 aufgerissenen Situation die Folge-rungen in geißlerischem Sinne zöge. Vielleicht daß es einmaleine Form der Liturgie gab, auch schon zusammengesetzt,aber derart daß die 'cantilena de passione ac morte Domim(s. o. S. 66) erst auf einen Teil von dem oben angedeutetenInhalt folgte. Volksliedeingänge pflegen am festesten zu stehen.Wenn überhaupt einer Strophe, würde man dem Stuck 1ein Alter beilegen mögen, das über die Bewegung von 1349zurückreicht; dann muß das höhere Alter aber auch den StrophenÖ 2 und 3 zukommen: in diesen drei Stücken haben wir ver-mutlich den ältesten zusammenhängenden Abschnitt derLiturgie. Der kann bis zur ältesten Geißlerbewegung zurück-wichen, wenn er sich auch aus den höchst dürftigen Angaben,die wir über die Lieder der ersten deutschen Geißelbewegunghaben, kaum belegen läßt.

Endlich Teil I, wieder ein offensichtliches Mischgebildew ie R den Text bietet. Von Str. 1 war eben die Rede. AuchSt r. 2 steht, nach ihren Quellenverhältnissen zu urteilen (s. o.S - 43), völlig für sich. Ob es einmal Eingangsstrophe einesTeiles gewesen ist ? Auch ein Zusammenhang dieser Strophemi t den Sünderstrophen ist immerhin in Erwägung zu ziehen.Aber auch die Strophenreihe 3 bis 5 bildet offenbar noch keineUrsprüngliche Einheit. Ihr Kernstück ist das Zwiegesprächtischen Christus und den Geißlern, das in diesem strophen-*eis abgesetzten Dialog allem Anschein nach einem dramati-schen Vorbild folgt Aber ein unmittelbares Gegenstuck habeic h weder in den deutschen geistlichen Spielen (einschließlich