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Die deutschen Geisslerlieder : Studien zum geistlichen Volksliede des Mittelalters
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Die Liturgie (Lied i). -100

u Verstehen, wenn auch die Quellennachweise, nicht zuletztle Zusammenhänge mit dem italienischen Geißlerwesen manchenn haltspunkt hergeben. Aber es ist in gewissen Grenzen dochMöglich, den Versuch einer Tiefen- und SchichtengliederungZu niachen; er setzt an den Platz jener hilflosen Vorstellung° n parallel geordneten Literatenerzeugnissen das Bild eines^ v °lksliedhaften Wegen gewordenen Organismus von beispiel-ätter Bedeutung. Die Geißlerliturgie ist geradezu das klassischeu ck für den Forscher, der sich um das mittelalterliche deutscheV °lkslied bemüht.

Wie das Stück in R vor uns steht, zerfällt es äußerlich11 sechs Abschnitte 1 ), entsprechend der Geißelzeremonie, dieus drei Geißelumgängen mit jeweils anschließender genunexio^ and. Die genuflexio wurde immer von demselben Gesange gieitet (in der schematischen Gliederung als 'Zwischen-:i bezeichnet); die Geißelumgänge dagegen hatten unter-^edliche Texte. Drei Hauptteile also weist die Lit. in R auf,er ihre Bestandteile sind deutlich schon durcheinander ge-/>,.* D as Grundschema indes ist völlig deutlich. Teil I:..Jjristi Passion als Vorbild für die Geißler; Teil II: Jesu Zorn^ be r die Welt und Marias Fürbitte; Teil III: Sünderkatalog.e Schlußstrophen von Teil I und II gehören demnach ur-Prunghch zu Teil III. Aber auch jeder dieser drei Teile istnic ht einheitlicher Wuchs.

^ Verhältnismäßig am einfachsten liegen die Dinge bei

> l HI, den Sünderstrophen. Hier werden die Strophen I 6,

4. III i4 durch die Quelle, die Geißlerpredigt, zu einem

°rper zusammengefaßt (s. o. S. 49 ff.). Ob aber dieser Körper

es Wachstums ist, muß gleichwohl offenbleiben: man be-

e die beiden verschiedenen Strophentypen innerhalb dieser

g, ü Ppe: g tr j g^ in I; in 2 sind innerlich gleichartig: derselbe

n gang, derselbe stichische Bau, dieselbe Art des Abschlusses.

^ e n stellen sich die reicher gebildeten Strophen II 4 (die

^ von Str. I 1 zehrt) und III 3 deutlich gegenüber, die

s , er s ich aber wieder greifbar verwandt sind, trotz den Ver-

er leden heiten der Kadenz. Auch die drei Strophen der

-^J^Gruppe sind im einzelnen vielleicht durch nachträgliche

°hn Wif nehmen dabei den 'Schlußteil' mit Teil III zusammen, weil sieUrne Zweifel auch in demselben Akte der Zeremonie, dem dritten Geißel-8> zusammengefaßt waren.