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Die deutschen Geisslerlieder : Studien zum geistlichen Volksliede des Mittelalters
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132 Die deutschen Geißlerlieder.

aus völligeren Fassungen zusammengeschrumpft denken.In R zeichnet sich meist der Vierzeiler als ursprünglicherStrophenkörper greifbar ab: V. 5 ist Wiederholung von 2.V. 1417 hat deutlich seine ursprüngliche Stelle in derfünften Strophe. Der Vers 22 scheint allerdings fest mitdem vorhergehenden verklammert; und da für diese Strophean das Vorbild des geistlichen Spiels zu denken ist (s. u.S. 135 f.), will beachtet werden, daß im geistlichen Spielfünf zeilige Strophen solcher Reimstellung nicht ungewöhnlichsind (z. B. Wack. 2, Nr. 520, 27; Nr. 519, 29). Aber manübersehe nicht, daß die nächste Strophe mit V. 24 Unseredienst geb wir ze lerne auf die Frage von V. 18 antwortet, nichtauf die Frage von V. 22. Strophe 4 von II ist nicht ganzdurchsichtig (s. u. S. 134). Strophe 4 von III scheint ver-stümmelt. Auch im Schlußteil ist nach 117 der Vers Durchgot nu lat die sünde mere ausgefallen: O hat die altüberliefertevolle Form der Schlageformel gehalten (oder wiederhergestellt).Im übrigen sondern sich in allen Strophen leicht die ange-wachsenen Bestandteile ab; die 'Anmerkungen' erweisen,daß sie gängigstes Versgut im Litaneiencharakter enthalten.Es ist eine Art von flüssiger Kehrreimbildung, in der sich derHang zur Strophenlängung hier auswirkt. Der Kehrreimweist sonach verschiedene Typen auf, ist bald zwei-, bald vier-zeilig und zeigt nur in den Sünderstrophen eine gewisse Gleich-läufigkeit. Dies lebendig Aufgelöste des echten Volksgesangesist bei Closener schon einer größeren Starrheit gewichen, in-sofern als ein Kehrreimtypus (R 63 f.) bei ihm bereits aus-gesondert ist, so daß ein größeres Gleichmaß des Strophen-schlusses erzielt ist. Man wird gewiß keine Absicht dahintersuchen dürfen, wenn gerade der Bittruf an Maria bei Closenergeschwunden ist.

Die Lockerheit, die mangelnde organische Einheit, dieden strophischen Bau der Lit. bezeichnet, erscheint noch ge-steigert, wenn man den Aufbau des ganzen Denkmals zu deutenversucht. Wie primitiv mutet uns heute der Satz an, denPfannenschmid vor dreißig Jahren drucken ließ (S. 168): 'essind acht verschiedene, von Litteraten der Geißler zusammen-gefügte Lieder'. Es ist zwar schwer, das große Gemengseidas die Lit. darstellt, im wesentlichen aus dem Stück selbstheraus in seiner Zusammensetzung und seinem Wachstum