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Die deutschen Geisslerlieder : Studien zum geistlichen Volksliede des Mittelalters
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Die geschichtlichen Zeugnisse für das Geißlerlied. ßQ

Die meisten Angaben zielen natürlich auf den Geißelleis.

usque ad effusionem sanguinis se ipsos ceciderunt, cantantes in-

super devotissimam melodiam sagt das Chronicon Elwacense,

Mon. Germ. SS. 10, 41; qui se flagellantes canticum quoddam

vulgariter decantabant sagt die Fortsetzung der Königsaaler

Geschichtsquellen durch Franz von Prag, Fontes rer. Austr.

* 8 > 599. Und ähnliche Angaben halten sich bis in späte

Quellen: habebant etiam cantum specialem, quem jlagellando

cantabant Theodericus de Niem Vitae pontif. bei Eccard,

Corp. hist. m. aevi 1, 1505. Dagegen meint die Angabe der

Melker Annalen möglicherweise einen Fahrtleis: se flagellis

acriter verberabant, et cantum quendam decantantes, ecclesias, in

quibus penitenciam hanc exercebant, processionaliter inträbant

Mon. Germ. SS. 9, 513. Zweifellos hat diese Seite ihres Gesanges

Heinrich von Herford im Auge, wenn er berichtet von

Arem Einzug in die Ortschaften cum cantu devoto dulcique me-

l °dia a. a. O. S. 281.

Bisweilen lassen einige zitierte Worte erkennen, daß tat-sächlich gewöhnlich ein und derselbe Leis gemeint ist: Et porta-°ant flagella..., quibus se percuciebant, cantando maxime et adterram se prostermendo sie:

Tret her zu wer buzzen wolle!

Luczeber ist bösse geselle et cetera multaChron. S. Petri Erford. SS. 30, 463. Als etwas ganz Bekann-tes zitiert Hermann Korner das Lied: se flagellantes . . . altav °ce cantabant illud Carmen, uno ineipiente:

Wer de sunde butzen wille,

Lucifer ist eyn boze geselle etc.Chronica novella hsg. von Schwalm (1895) S. 56. Auch dieAngabe eines Anniversarienbuches aus Villingen Carmina°anebant, christiana martiria flebant (Zeitschr. f. d. Gesch. d.Oberrheins N. F. 18 [1903], 45) hat offenbar den ersten Teil desGeißelleises vor Augen. Ebenso muß die Angabe des Matthiasv on Neuenburg gedeutet werden: se flagellaverunt flagellis . . .wanseuntes cum cantu vulgari invocacionis dominice habente*nultas invocaciones Mon. Germ. SS. nova ser. 4, 1, 271; dieKennzeichnung ist zwar reichlich blaß und kann nur auf dieimmer wiederholten 'invocaciones Christi' in den Kehrreimengehen; den inhaltlichen Kern des Leises trifft sie nicht. Ähnliches