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Die deutschen Geisslerlieder : Studien zum geistlichen Volksliede des Mittelalters
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Die Geißlerstatuten. 41

Die Abhängigkeit von den Gebräuchen bestehender Sodali-täten greift überhaupt bis tief ins Grundgefüge der Riten derdeutschen Geißler. Mit der eindrucksvollste Zug in dem großenSchaustück ihrer Bußzeremonie scheint es gewesen zu sein, wenndie Sünder, auf dem Boden liegend, durch gewisse Gebärden dieArt ihres Vergehens andeuteten und der Meister, oft mdem erüber sie hinwegschritt, jedem durch Geißelschlag eme symbo-lische Buße oder auch Absolution erteilte. Das mag m diesenbesonderen Formen in Geißlerkreisen erfunden worden sein; aberdie Anregung kam offenbar aus gewissen Gebräuchen der Laien-bruderschaften. Die italienischen Statuten weisen des öfterenKorrektionsriten auf, die, wenngleich in den Formen durchausandersartig, doch eben auch den Tatbestand bieten, daß imKreise der ganzen Bruderschaft eine gemeinsame Sunden-erforschung stattfindet, bei der dem 'ministro' eine ähnlicheRolle zufällt, wie sie der Anführer der Geißler bei der ent-sprechenden Zeremonie spielt *). Auch hier bieten die Bruder-schaften nur abgeschwächte Formen von Übungen, wie sie sichinnerhalb der Mönchsorden entwickelt zeigen. Aber wichtiger istnoch etwas anderes: auf jenen Korrektionsritus als Eingang folgtebei den deutschen Geißlern der gemeinsame Geißelumgang, undauch hier finden wir das deutliche Gegenstück bei den Disci-Plinaten. Aus den Statuten der Geißlerbruderschaft von Viterbo,die spätestens 1345, vielleicht schon 30 Jahre früher gegründetworden ist, ergibt sich für die an jedem Freitag abzuhaltendeGeißelung folgender Hergang: 'era composto di tre lezioni di cuiie prime due vertono intorno alle battiture di Cristo e la terzaintorno ai dolori di Maria Vergine. Sono intercalati dei respon-sorl tratti quasi esclusivamente dal racconto della Passione. Se-guiva la disciplina, fatta durante la recitazione del Miserere o dicinque Pater e cinque Ave. Si ripetevano le battiture per treVolte e per la stessa durata, frapponendo fra l'una e l'altra la reci-tazione di un Pater ed un' Ave a mo' di riposo. Quando era possi-

») lmprimeramenU vada fora uno lo quäle sede de coe, e lo ministro da %«toi compagni diligentemente domandi d'i soi difeiti. ... e olduo quüh, quelloche andoe de fora fia revocao in mezo, e denanci dal ministro seda in genucchium,l ° quäle correza quello de Mi i deffetti e de le negligenoie de le quah Vera stao"cusao; e questa correcione se faza denanci tuti. e quillo visitao e corretto, einzunta ad ello la penitencia, vaga un altro fora Statuten aus Bologna nachMonaci Crestom. S. 362.