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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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211diese Huldigung kann nur dem Verfasser der Büchervon der Nachfolge Christi gelten. Bekanntlich standder Orden der Benediktiner in den Vorderreihen derjenigen,die unserem Thomas die Autorschaft dieses Werks abstrit-ten.!) Führe man aber fort in ihm bloß den fleißigenAbschreiber, den frommen Klosterbruder, den Verfasser einigerwenig bekannten andächtigen Werkchen zu sehn, so würdeman schwerlich einer Reliquie von ihm Werth beigelegt haben.Ver sieht hier nicht einen Unschwung der Meinung, wennauch noch nicht eine Sühne alten Unrechts? Ferner: einMann, der der Repräsentant der Ansichten solcher ist, denenman, und nicht ganz mit Unrecht, nachsagt: sie verabscheue-ten ein jedes Menschengebild, in so fern es ein Gegenstandder Verehrung sein soll, will doch, um Thomas a Kempiszu verherrlichen, eine Ausnahme gemacht wissen. Auf solcherHöhe der Achtung ſteht der Gefeierte! Statt endlich mitden Hütern des Heiligthums seiner Ueberbleibsel, so langeihre Gegner fortfahren ihnen den Vorwurf zu machen, daßihnen die todten Reste ihrer großen Männer theurer sindals ihr lebendiger Geist, darüber zu rechten, daß sie nichtzu wissen scheinen, welchen Schatz sie in ihrem Eigenthumbergen, wollen wir lieber den von einem jeden, der nur umden Namen von Thomas a Kempis weiß, gewiß gerne ge-theilten Herzenswunsch aussprechen: es möge bald auf demBerge, wo er in stiller Gottseligkeit seine Tage verlebte undſeine von Gottes Geiſt erſüllten Werke ſchrieb, ein neuesherrliches Gotteshaus aus den Trümmern des vormaligenwiedererstehn, wo seine irdischen Ueberbleibsel eine seinerwürdige Ruhestätte erhalten und bei ihnen recht viele Ver-ehrer seines Geistes sich zusammenfinden!1) Siehe oben S. 201.