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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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200unterließ er dies auch häufig als Verfasser. So geschahes, daß das Werk von der Nachfolge Christi Abschriften er-hielt, mit den Zusätzen: sie rührten her von einem Karthäu-ser, von dem H. Bernardus, von dem Kanzler Joh. Gersonund anderen. Wie wenig solchen Angaben zu trauen ist, istaus obigem klar. Wenn nun aber unverwerfliche Zeugen undandere überzeugende Umstände es bekräftigen, daß Thomasa Kempis die vier Bücher von der Nachfolge Christi ver-faßt hat, wird man dies als eine ausgemachte Thatsache an-nehmen müssen. Wie, wenn in unseren Tagen die Ehre ir-gend ein herrliches Gotteshaus erbaut zu haben, mehrerenMeistern zugesprochen würde? Sie sind alle todt. Schonlängst haben Kenner zwischen den anerkannten Werkendes Einen unter ihnen und dem zweifelhaften die größteAehnlichkeit entdeckt. Eben dies gleicht denen, die ausge-macht von den Anderen herrühren, nicht im Geringsten. Nunkommen glaubhafte Leute, die bezeugen es zu wissen, daßjener Eine der Urheber iſt. Sie haben ihn gekannt, geſe-hen, wie er an seinem Werke arbeitete, sich mit ihm darüberunterhalten. Würde es nicht den Zweifel über die Grenzedes Vernünftigen hinaus treiben sein, wenn man solchenAussagen nicht glauben wollte?Der erste, welcher dem Thomas a Kempis die Author-schaft der Bücher von der Nachfolge Christi ausdrücklich ab-gesprochen hat, war der Verfasser eines im Jahre 1604 inSpanien erschienenen Werks über das Bußsakrament. Derh. Bonaventura, welcher im Jahre 1274 starb, sollte in sei-nen Vorträgen an seine Ordensbrüder in Tolosa von demWerke: de imitatione Meldung gethan haben. Also, schloßman, kann Thomas a Kempis es nicht verfaßt haben. Der,welcher diese Entdeckung, die sich aber später als eine nichts-sagende herausstellte, zuerst machte, hatte sich aber nur ge-gen Thomas, nicht für einen anderen erklärt. Wäh-rend nun der italienische Benedictinerabt Constantin Cajetanalles aufbot, um den Ruhm seines Ordens zu erhöhen undnach dem Witzworte eines gewissen Kardinals den Heilandund seine Apostel gerne zu Benedictinermönchen gemachthätte, wurde im Jahre 1615 zu Arona eine alte Handschriftder Bücher: de imitatione entdeckt, mit der Aufschrift:Jo-hannis Gesen bei den drei ersten Büchern undJohannis