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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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195Brüder De Pape in Brüssel sind jetzt damit beschäftigt, denText der vier Bücher auf großen Folio=Blättern zu malenund zwar außerordentlich reich ornamentirt und mit vielenMiniaturen geschmückt. Ein großartiges in seiner Art einzi-ges Kunstwerk!. Von den 400 Blättern, woraus es bestehn soll,sind bereits erst fünfzig fertig. Jedenfalls wird diese selteneArbeit ihre kunstreichen Anfertiger noch eine Reihe von Jah-ren beschäftigen. So wetteifern Künstler mit Gelehrten, umder Gottseligkeit ihre Huldigungen darzubringen. Das istfürwahr eine schöne Morgenrothe besserer Zeiten!Von den Nachrichten, die Thomas a Kempis selbst übersein Leben und Wirken in den Lebensbeschreibungen desGerard Groot, des Florentius und ihrer Jünger und in derChronik seines Klosters auf dem Agnetenberg mittheilt, darfbei Aufzählung seiner Biographien, in so fern diese als ihmgeſetzte Ehrendenkmale in Betracht kommen, keine Rede ſein.Was gleich nach seinem Tode sein Mitbruder, dem die Fort-setzung der Klosterchronik übertragen wurde, über ihn für dieNachwelt aufgezeichnet hat, wurde schon wörtlich mitgetheilt.!)Die älteste Biographie des Thomas a Kempis hat einennichtgenannten Zeitgenossen desselben zum Verfasser. Siewurde schon im Jahre 1494 der Nürnberger Ausgabe seinerWerke vorgedruckt. Entdeckt wurde sie in drei verschiedenenHandschriften der Bibliothek des Stiftes Rebdorf, wovonzwei ohne Jahrzahl, die dritte mit 1488 bezeichnet war.Die Schrift muß also kaum ein Jahrzehend nach ThomasTod verfertigt worden sein. Sie hat einen Oberdeutschenzum Verfasser; denn nur ein solcher konnte sich es beifallen las-sen, den Familiennamen des Thomas:Hemerken inHämer-lein zu verwandeln. Hiernach sind die biographischen No-tizen, welche der gelehrte Karthäuserprior Georg Pirkheimerzu Nürnberg über Thomas sammelte und in Form einesBriefes am 23. Februar 1494 ſeinem Freunde Danhauſerzufertigte, die ältesten. Dieser war es, welcher die eben ge-meldete Ausgabe der thomäischen Werke besorgt hat?). Ein-zelne Notizen über Thomas a Kempis liefert der Verfasser1) Siehe oben VIII. S. 106 u. s. w.2) Den Pirtheimer'schen Brief gibt Eus. Amort. in Th. operaomnia Seite 4. Köln, 1728.