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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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190sagung verabscheidet mit Zuthun der H. H. Beamten undderen Scheffen uff ein Recompenz bedacht zu sein.Das bedeutendste Denkmal, das dem Thomas a Kempisin seiner Vaterstadt von seinen Mitbürgern gesetzt wurde,ist wohl die Stiftung des dortigen Gymnasiums. Sei es,weil man etwa nach der Sage!) glaubte, der Platz, aufwelchem ein Theil seiner Gebäulichkeiten errichtet wurde,habe zum elterlichen Hause des Gefeierten gehört, oder mages ohne alle Rücksicht hierauf geschehen sein, bloß um seinAndenken zu ehren, das Gymnasium erhielt den Namen:Josephino-thomaeum. Der h. Joseph, der allgemeineSchutzpatron der chriſtlichen Jugend, ſollte die darin gebil-dete unter seine Obhut nehmen. Mit Thomas a Kempismußte er aber den der neuen Anstalt zu gebenden, von ihrzu führenden Namen theilen. Diesen Namen behielt dasGymnasium bis auf die letztenZeiten, wo es in Folge derallgemeinen Umwandelung eine andere Gestalt und Einrich-tung erhielt. Die Dotirung der Anstalt war karg, einfachihre Verfassung, segenreich ihre Wirksamkeit. Der Regentiewar das ziemlich gut fundirte St. Johannis=Beneficium in-corporirt.?) Dafür, daß der Regent aus gewissen Stiftun-gen und der ſtädtiſchen Mühlenkaſſe einige geringe Be-züge hatte, war er verpflichtet die fünf Professoren, denenebenfalls im Gebäude die freie Wohnung zustand, zu bekösti-fen. Diese hatten von ihren Schülern ein unbedeutendesSchulgeld und Namenstags= und Neujahrsgeschenke, mußtenaber auch jeder einen armen Studenten, der dann dafür ihrFamulus war, unentgeltlich unterrichten. Die Professorenhatten auch die Anwartschaft auf die kirchlichen Beneficien,deren Patronat dem Magistrat zustand, gehörten deshalb inder Regel dem geistlichen Stande an. Das Classensystemwar das herrschende. Der Cursus wurde jährlich mit einervon den Studenten aufgeführten sogenannten Action undfeierlicher Preisertheilung geschlossen. Daß in dem Prü-fungssaale (Aula) das Bild des Thomas a Kempis, der miteinem Heiligen das Schutzrecht über die Anstalt theilte, auf-gehängt war, wurde schon gemeldet.3) Für die der Lokalität1) Siehe oben Seite 93.) Siehe oben Seite 88.¹) Das Siegel des Gymnasiums stellte den h. Joseph vor, sitzend,