Druckschrift 
Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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184h. Franziskus vorstellt, gegenüber. Es ist gut erhalten, dreiFuß breit, zwei und einen halben hoch, eingefaßt in Gold-rahmen. Unten an der linken Seite ist die Inschrift: Inomnibus requiem quaesivi nec inveni nisi in een hoekien,met een D... ken en een boekjen. Darüber in derMitte: Nusquam tuta quies nisi cellis codice claustro. Imdritten Worte des zweiten plattdeutschen Verses sind dieBuchstaben absichtlich ausgelöscht, doch so, daß der erste D.und die letzten noch erkennbar sind. Das Gemälde soll vonPeter Breughel sein. Wenn dies seine Richtigkeit hat, istes wohl eine Copie des Cuperinischen.) Dann erklärt sichaber auch das später zerstörte Einschiebsel zwischen dem ver-deutschten: in angello cum libello. Breughel war ein aus-gelassener Witzbold; den Sinn, der einem gottesfürchtigenBesitzer anstößig war, kann jeder, der des Niederdeutschenmächtig ist, leicht errathen. Uebrigens wäre dies nicht daserste Mal, daß dasIn omnibus requiem quaesivi auf einezotige Weise parodirt worden ist. Albrecht Dürer hatte be-kanntlich ein zänkisches Weib, das ihm selten Ruhe ließ.Als er nun von Kaiser Max den Auftrag erhalten hatte,ſein Gebetbuch mit Handzeichnungen zu illuſtriren, zeichneteer neben der Epistel des Maria=Himmelfahrtsfestes, die be-kanntlich mit jenen Worten anfängt, seine mürrisch vomMarkte zurückkehrende Hausfrau, der man es im Gesichteliest, daß sie schon wieder darauf sinnt ihrem geplagtenManne Verdruß zu bereiten.Doch um wieder zu ernsten Dingen zurückzukehren, mel-dete uns vor kurzem die freundliche Mittheilung des HerrnJ. van Kessel, Landdechant und Pfarrer zu Zwoll, über diedort noch immer vorhandene alte Abbildung unseres ThomasFolgendes:Bis zum Jahre 1809 waren die Reliquien desfrommen Thomas a Kempis in der St. Josephskapelle indem Spiegelsteeg. Diese mußte abgebrochen werden unddie Reliquien wurden in die St. Michaelskirche in derNeuſtraße übertragen. Hier iſt ſeitdem noch jenes alteGemälde vorhanden, von welchem der Pfarrer Waeyer in1) Breughel starb in Brüssel 1500.2) Stöger 1850 Bl. 59. Siehe Geschichte der deutschen Litteraturdes Mittelalters von Hyacinth Holland I. B. 1853. S. 199.