123Kirchenwand waren ebenfalls Kreuzbilder angebracht, bei de-nen man stille Gebete zu verrichten und fromme Betrach-tungen anzustellen pflegte. Die ganze Fastenzeit hindurchwurde kein Fleisch gegessen.!) Im Grunde war jeder Tagein Fasttag in unserem Sinne, denn nur zweimal wurdegessen: zu Mittag und zu Abend. Nichtsdestowenigerwurde übertriebene Fastenstrenge nicht gerne gesehn.?) Ue-berhaupt war dem Orden eine weise Mäßigung eigen.3)Merkwürdig ist, daß die Tische der Klöster der Windes-heimer Congregation keine gebratene sondern nur gekochteFleischspeisen zuließen.4) Ueberhaupt war die Lebensart einehöchst frugale, obgleich Thomas a Kempis seine Lehrjüngerdarauf hinweiset, daß vermöge des mittlerweile gehobenenWohlstandes ihres Klosters ihnen manche Genüsse und Be-quemlichkeiten zu Theil würden, welche ihre Vorfahren hat-ten entbehren müssen.) Der fischreiche Vechtefluß liefertedie nöthigen Fastenspeisen. Unter den Fischen, die er er-zeugte, werden unter anderen: Brassemens) und Spieringegenannt. Diese letzteren wurden bisweilen so häufig gefan-gen, daß sie als Handelsartikel dem Kloster zu einer Er-werbsquelle dienten.?) Die von Stein erbauten und mitSchiefer gedeckten Klosterkirchen des Ordens, scheinen voneinfacher Form gewesen zu sein. Thomas a Kempis gibtihnen sieben Fensters.) Drei waren ihrer also am Chore.Die Seitenschiffe hatten ihrer je zwei. In diesen Seiten-schiffen befanden sich auch die Nebenaltäre. Vor dem Chorewar ebenfalls ein Altar, meistentheils der Kreuzaltar, auf:welchem die Frühmesse für die Arbeiter und das die Kirchebesuchende Volk gelesen?) und von welchem den Andächtigenaus diesem die h. Communion gespendet wurde. Der Haupt-1) Conc. XXXII. §. 3.2) Chr wind. S. 276 ff. und 527.3) Discipl. claust. Cap. IX. Vgl. chr. wind. S. 518 „patrisnostri u s. w.Chr. wind. S. 274.II. Serm. ad nov. V.§. 1.6) pisces, quos brasmas vocant. Chr. st. Agn. C. IV S. 16.7) Chr s. Agn. S. 106 und C. XXXIX. S. 130. — Vgl C.XXVI S. 105.*) III. ad Nov. XI §. 5III. ad Nov. VIII § 24.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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