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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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111will, ist nicht eben leserliche Schriftzüge machen zu verstehn,sondern zierliches Abschreiben ganzer Bücher. Uebrigenssieht man, daß die Studien, die er hier trieb, der nächsteUebergang zu denen waren, womit er sich in seinem Kloster-Noviciat zu beschäftigen hatte. Dies aber überhob ihn ebenso wenig als Andere seines Gleichen von ihrem Antheil ander nöthigen Hausarbeit. Er erinnert sich in seiner Lebens-beschreibung des Florentius noch sehr wohl, daß er oft zumWasserholen aus dem Brunnen verwendet wurde.!) Die Ta-gesordnung, die in diesem Hause beobachtet wurde, kannman aus der Lebensbeschreibung des Johann Ketel,?) derdaselbst bis an sein Ende dem Küchenamt vorstand, kennenlernen. Morgens früh um drei Uhr, sobald er das Glockenzeichen hörte, stand er auf. Nach verrichtetem Morgenge-bet las es das Kirchliche Offizium, nicht das größere, wiees die Geistlichen noch immer nach Anleitung ihres Breviersverrichten müssen, sondern ein Kürzeres zum Gebrauch derLayen, wie ihrer noch mancherlei in unseren älteren Gebet-büchern vorzufinden sind. Hierauf war Lesung der h. Schriftseine Beschäftigung; wobei er das, was ihm besonders zuHerzen ging, ſich aufzuſchreiben pflegte. Um fünf Uhr gaber sich an seine Handarbeit, besorgte die Küche und wasdamit in Verbindung stand oder er band Bücher ein. Wurdenun gegen neun in der nahen Franziskaner=Kirche zur Hoch-messe geläutet, las er die Terz seines Offiziums und begabsich zur Kirche. Nach der h. Messe betete er theils in derKirche theils unterwegs die Sext. Nun mußte für dasMittagsmahl der Brüder gesorgt werden. Er selbst erst,nachdem diese abgespeist waren, wo er auch noch den, derbei Tisch vorgelesen hatte, was immer geschah, versorgenmußte. Nachdem er nun die Nona gebetet hatte, ging eswieder an das Tagewerk. In der Zeit, wo gegen drei Uhrdie Minderbrüder in der Kirche ihre Vesper sangen, beteteer die seinige ab in der Küche, zugleich beschäftigt mit demReinigen und Beiseitesetzen der Geschirre. Nun wurde esvier Uhr und es begann die Sorge und Arbeit für dasAbendessen der Brüder, gegen acht war es beendigt. Der1) vita flor. §. 7 Cap. XX. ed. Som. 60.*) vita J. Cacabi in op. omn. Th. a K. tom III. § 18.