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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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107Niederlande gränzende Rheingegend ausgebreitet und auchmein Gemüth mit ehrfurchtsvoller Liebe gegen ihn erfüllt.Eine große Schaar Schüler, die er in göttlichen Dingen un-terrichtete, vermehrte seinen Ruhm. Dem, wer ihn sah undihm zuhörte, mußte er gefallen. Er war ein wahrer An-beter Gottes und ein zärtlicher Verehrer unserer Mutterder h. Kirche. Von meinem Bruder in Windesheim,kehrte ich also nach Deventer zurück undda ich jenenehrwürdigen Vater aufgefunden hatte, hielt er mich vonStund an aus Barmherzigkeit für eine Zeitlang bei ſich inseinem Hause, schickte mich in die Schule (ad scholas insti-tuit) und versah mich mit den Büchern, deren er mich zubedürfen glaubte. Darauf empfahl er mich einer angesehe-nen und gottesfürchtigen Frau, die mir und anderen studie-renden Jünglingen viel Gutes erzeigt hat. Sie nahm michunentgeltlich in ihr Haus auf und versorgte mich mit demnöthigen Lebensunterhalt.Es ist zwar nicht zu bezweifeln, daß Thomas seineWohlthäterin von der Schwachheit der Seelen, denen Dantein der Unterwelt begegnete,!) frei gewußt hat, noch gewisserist es wohl, daß er keinen Anspruch darauf machte zu denSchwänen eines andern Dichters?) zu gehören, deren Arbeites war, theure Namen, die ohne sie einer ewigen Vergessen-heit anheim gefallen wären, der Nachwelt zu erhalten. In-dessen gereicht es ihm, dies unterlassen zu haben, immer zumVorwurf und wird ihm so lange zum Vorwurf gereichen,bis nachgewiesen ist, daß seine Wohlthäterin, in ihrer lie-benswürdigen Bescheidenheit ihm ausdrücklich verboten hatihren Namen zu nennen. Wie die edle Dame geheißen hat,darüber haben wir nur Muthmaßungen. Delprat*) hält fürwahrscheinlich, daß es dieselbe war, welche im Jahre 1391dem Florentius für sein kleines Häuschen in der engen Gasseihr ansehnliches Haus in der Pontsteegel=Straße durch Tauschüberließ.!) Sie hieß Zwedera und war Wittwe des Ritters1) Keinem der Commentatoren der Divina comedia ist es ent-gangen, daß die Seelen des Dante es sehr lieben auf Erden im Andeu-ken zu sein.) Ariosto Orl. fur. XXXV. 15 ff. 22 fl.3) Genossenschaft der frommen Brüder. S. 16.) v. Heusden hist. episc. traject. p. 41. tom II.