79gen Franziskaner = Kirche (die er irrig für eine Regular-Kanonichen=Kirche hielt) des Thomas Asche deckt“, mehr alsein Schwabenstreich begegnet war. Obgleich er nun in jenem sei-nem Hauptwerke sich herausgenommen hatte, unsern Thomas ver-ächtlich einen frommen Schwärmer zu nennen;!) so wurde ihmdoch, da er sich diesmal in anerkennender und würdiger Weise überihn ausdrückte, die gewünschte Auskunft bereitwilligst zuTheil. Was vor einem Viertel=Säculum etwa geschehen seinsollte, daß ein anderer Ort mit dem Anspruch die Geburts-stätte des Thomas a Kempis zu sein herankommt, kann sichnoch immer ereignen, oder, wenn es damals wirklich Stattfand, sich wiederholen. Es würde also einem Werkchen, dassich zur Aufgabe gestellt hat alles, was in die Lebensge-schichte des Thomas u K. einschlägt zu besprechen, der nichtunbegründete Vorwurf der Unvollständigkeit gemacht werdenmüssen, wenn es nicht die Frage: wo ist derselbe geboren?etwas ausführlicher behandelte. Da der Familienname desThomas „Hemerken“ war, kann der Zuname „a Kempis“nur auf seinen Geburtsort bezogen werden. So war es inder damaligen Zeit gebräuchlich. Man pflegte entweder denelterlichen Namen ganz wegzulassen und begnügte sich mitdem Zusatze des Geburtsortes z. B. Theodoricus a Clivis.Henricus a Zwollis und so machten es in der Regel Geist-liche und Gelehrte, oder man setzte den Geburtsort zu demFamiliennamen hinzu z. B. Jacobus Weling a Kantis, wiees bei Geschäftsleuten, Richtern, Notarien und Prokuratorender Brauch war. Eben so gewiß ist es, daß hier zu Landedie Endungen „e“ und „en“ bei Ortsnamen in „is,“ besondersbei Gebe= u. Nehmefällen latinisirt wurden. So ließt man Zwollis,Campis, Clivis, Xantis, Leydis, Thenis, Brugis, Bergisu. s. w. für Zwolle, Campen, Cleve, Kanten, Leyden, Thie-nen, Brügge, Bergen. Ein gleiches geschah mit Kempen.Bei Thomas selbst und seinen Zeitgenossen in den beidenChroniken von Windesheim und St Agnetenberg werdenKempen und Kempis häufig verwechselt. Der erske Priordes letztgenannten Klosters, heißt bald Johannes Kempen,1) Geschichte des fränkischen Rheinlands, was es war und was esjetzt ist. Köln 1802. I. S. 74.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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