— —70ergriffen oder eine Lehrstelle oder in einem Kloster eine Or-densregel annahmen. Letztes war auch bei Thomas a Kempisder Fall, der sich in den Orden der Regularkanonichen desh. Augustinus begab.Die beiden Genossenschaften, denen Thomas a Kempisvor und nach angehörte, der Verein der frommen Brüderund der Orden der Regularkanonichen des h. Augustinuswerden aus dieser Ursache von den Neuern häufig miteinan-der verwechselt.!) Es mögen also hier ein paar Worteüber den Orden, dem Thomas angehörte, Platz finden.In dem Wesentlichen ihrer Lebensweise sind die Regular-kanonichen von den Mönchen nicht verschieden. Eben so wiediese, sind sie durch feierlich abgelegte Gelübde gebundenund leben, nach einer bestimmten Regel, zusammen in ihrenOrdenshäusern. Der Unterschied zwischen den einen undden andern liegt nur in ihrer ursprünglichen Bestim-mung, welche bei den Mönchen (unter welchen wir hier nichtdie Mendikanten, die späteren Ursprungs sind und derenBeruf Aushülfe in der Seelsorge war, sondern die Benedik-tiner in ihren verschiedenen Verzweigungen?) verstehn)Selbstheiligung durch Gebet und Betrachtung, bei denRegularkanonichen Erbauung des Nächsten durch Ab-haltung des feierlichen Gottesdienstes war. Seit Einführungdes Christenthums bei den germanischen Völkern pflegtenKönige und Fürsten an den Orten, wo sie sich gerne auf-hielten, wenn daselbst keine bischöfliche Residenz war, dieKirchen mit mehreren Geistlichen zu besetzen, um immer Ge-legenheit zu haben, dem feierlichen Gottesdienste, wie er inden Domkirchen abgehalten wurde, beizuwohnen. So grün-dete z. B. Karl der Große das Marienstift zu Aachen beiseiner Lieblingspfalz. Auch stellten wohl zu dem nemlichenZwecke, Bischöfe mehrere Geistliche bei den Kirchen auf ihrenLand= und Tafelgütern an. Solche Geistliche nannten sich„Kanonichen“ (Canonici). Sie lebten zusammen in Einem!) Nachricht über das Gymnasium zu Düsseldorf im 16. Jahrhundert von C. W. Kortüm Dd. 1819. S. 5. In denselben Irrthumist auch der Hochgelehrte und Hochwürdigste Verfasser der Réchercheshist. et critiques sur le véritable autheur du livre de l'imitation ver-fallen. s. SS. 74, 76, 78, 139, 140, 171 u. s. w.) im Abendlande, die Basilianer im Morgenlande.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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