38Ueberhaupt war die große Menge der Weihbischöfe,!) welchedie Fürstbischöfe von Utrecht zu ihrem Dienste und ihrerVertretung zu halten pflegten, der Kirchenzucht und dembischöflichen Ansehen sehr schädlich. Da sie für ihren Un-terhalt größtentheils auf die Vergütung für ihre Amtsver-richtungen angewiesen waren; so trieben sie mit diesen einenunziemenden Handel. Wie es einſtens (1413) einer armengeistlichen Genossenschaft in Gelderland mit einem Weihbi-schof aus Utrecht, der dem Prediger=Orden angehörte, erging,erzählt der Windesheimer Chronikant?) in seiner treuherzigenWeise. Er war berufen worden, ein kleines Kirchlein aufdem St. Hieronymusberge einzuweihen. Als man ihm nunnach verrichteter h. Handlung zehn rheinische Gulden fürMühe und Auslagens) anbot, war ihm das zu wenig undgleich nach dem Essen begab er sich unwilligt) weg. Soviel, als er verlangte, beizuschaffen, war nicht möglich; dennes verlautete, er habe in Zwoll für die Consecration einerKirche hundert blaues) Gulden genommen! Auf seinem To-desbette aber mußte er es schrecklich misgelten. — Der Propstvon St. Peter in Utrecht, als Archidiakon von Westfriesland,hatte das eigenthümliche, sonst in der ganzen katholischenWelt unbekannte Privilegium, auf ſeinen Viſitationen, einen(es möge der Ausdruck nicht anstößig sein!) gedungenenWeihbiſchof mit ſich herumzuführen, der in ſeinem Auftragund für seine Rechnung Kirchen und Altäre einweihte undsonstige Pontifikalhandlungen vornahm.Der Bischof von Utrecht hatte zwar in den Overyssel-schen Städten gewisse Hoheitsrechte. Allein im Grunde hattehier seine Macht wenig zu sagen. In der Wirklichkeit wa-ren Deventer, Zwoll und Campen kleine Freistaaten. Auf-fallend ist es, daß sie bei ihrer ungeheueren Bevölkerung nurje eine Pfarrkirche hatten. In Deventer war auch nochdas reiche und starkbesetzte St. Lebwins=Stift, nebst verschie-1) Bei besagtem Akte finden wir ihrer sechs.2) S. 131. L. I. Cap. XXXII.3) pro fatigis et expensis.4) cum indignatione.5) ? blavios, vermuthlich silberne.6) Bondam Charterboeck der Hertogen van Gelderland. Utrecht1789 III. S. 482.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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