Seuche zuerst im Jahre 1348 gezeigt hatte und von Zeit zuZeit sporadisch ihre Opfer forderte, brach sie 1365 mit gro-ßer Wuth wieder los. Es herrschte im Frühjahr eine großeSterblichkeit, nachdem der Rheinstrom drei Monate lang zu-gefroren gewesen war!). Dazu kamen noch Ueberschwemmun-gen und Dürren. Im zweiten Monat des Jahres 1372stieg der Rhein zu einer solchen Höhe, als er bis dahin nochnicht erreicht hatte. Dörfer wurden weggeschwemmt und Kirchenstürzten ein. In Köln stand das Wasser in der Margraden-kirche hinter dem Dom bis an die Kuppe des Taufbeckens?)Im Jahre 1388 war eine solche Dürre und der Wasserstandim Rheine so niedrig, daß man den Fluß an mehreren Stellendurchwaten konnte und die Schiffspferde mitten durch dasStrombett gingen. Die Brunnen versiegten und Wasser ausdem Rhein wurde auf den Straßen in Köln feilgebotens).Dergleichen Ereignisse brachten natürlich eine ungeheuereAufregung hervor. Es entstanden neue Andachten, neue Fe-ste⁴), neue Wallfahrten, neue Kirchens), neue Ordens), neueVerbrüderungen?). Unter andern bildete sich in Deutschland1) Chronik der hill. Stadt Cöln. S. 268.2) Alte Inschrift in der cit Chronik S. 277.3) Chronik cit. S. 282. a. u. Michels Gesch. der Abtei Camp. S. 142.4) Ueber das Fest der h Lanze und der Nägel der Kreuzigung s.Harzheim Conc. Germ IV. S. 377 und 633. Ebenso Dieth v. Niembei Eccard cit. S. 1507. — Papst Urban VI. setzte das Mariä Heim-suchungsfest an, sein Nachfolger Bonifacius IX. führte es ein. S. Andr.Ratisbon. Chr., bei Eccard I. S. 2123. Vgl. Gavanti thesaur. S. 138comm. in rub. brev.5) In der Nähe von Kempen entstand durch den Drang verschiede-ner Seuchen bei Menschen und Vieh zwischen den Jahren 1370—1380die Kirche zum h. Antonius (St Tönis in der Heide [Wilmii rer. Col.IV. S. 445 Manuſcr.]) Ebenſo gab der Erzbiſchof Friedrich (D. Kem-pen 1382 den 2. Aug.) dem Herrn Arnold von Wachtendonk die Erlaub-niß, innerhalb der Pfarrei Geysseren (in loco Upheiden prope Dyeproyde)eine Kapelle zu errichten, (Lacomblet Urk. Samml. IV. Nr. 859. S.752) die aber nicht dort, sondern einige Jahre später innerhalb des Pfarr-sprengels Wankum zu Stande kam und aus welcher die jetzige Pfarrkirchevon Wachtendonk wurde.5) Urban V. beſtätigte im I 1363 den von der h. Brigitta ge-stifteten Orden St. Salvatoris. S. Graveson hist. eccl tom. V. S. 136.⁷) Hieher gehörten auch die von Adolf V. von Cleve und Markgegründeten Gesellschaften des „Roßkammes“ und des „RosenkranzesKnapp, Regenten= und Volksgeschichte von Cleve u. s. w. II. B. S. 118.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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