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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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WISSENSCHAFT!,., KUNSTL. UND SOZIALE

Inzwischen hatten die Preisrichter bei den von den Kindern mitgebrachten gepflegten Pflanzenihres Amtes gewaltet, und wurden dementsprechend vor dem Verlassen der Arena den Lehrpersonender einzelnen Gemeinden die wohlerworbenen Preise, zur späteren Verteilung an die Kinder, aus-gehändigt. Jedes Kind erhielt ein Diplom; die besten Pfleger und Pflegerinnen je eine Brosche oderein Messer und die anderen Kinder einen Ausstellungs-Federhalter. So nahm ein jedes der Kinderein Erinnerungszeichen mit nach Hause.

Nach dem Verlassen der Arena wurden die Kinder nochmals mit Limonade und Butterbrotenverpflegt und dann der Heimweg angetreten. Daß es bei dem Aufbruch nicht allen Lehrpersonengelang, ihre Schulen gleich vollzählig um sich zu versammeln, ist bei der großen Zahl wohlselbstverständlich.

Einen ergötzlichen Anblick gewährte es, den Vorsitzenden der Ausstellung zu beobachten, wieer die Tränen einiger 50 aus einer Nachbarstadt zurückgebliebenen Schulmädchen, welche ihrenFührer verloren hatten, durch reichliche Verteilung von Butterbroten zu trocknen suchte, bis auchhier mit Hilfe des Telephons die Verbindung mit der Führung wieder hergestellt und die Kinderihren Lehrern wieder übergeben waren.

Es war ein heißer Tag gewesen, aber dank der Aufopferung des Damenkomitees war alles gutund ohne Unfall verlaufen. Die freudig erregten Gesichter waren die beste Belohnung für alle inder Vorbereitung und am Tage selbst reichlich aufgewandte Mühe. Eine Reihe von Anschreibensowie mündliche Berichte aus den Städten, welche sich an der Veranstaltung beteiligt hatten, lassenerkennen, daß das Kinderfest ein wohlgelungenes Unternehmen war, welches bei Kindern undLehrern einen tiefen Eindruck hinterlassen und besonders bei den ersteren von segensreicher Wir-kung sein wird. Erwähnt sei noch, daß auf besondere Veranlassung eines in Trier wohnendenAusstellers auch Kinder aus Trier an der Veranstaltung teilnahmen; diese blieben am Abend hier,übernachteten hier auf Kosten der Stadt Düsseldorf und besuchten die Ausstellung auch noch amfolgenden Morgen bis zu ihrer Abreise.

Besonderen Dank möchte die Ausstellung an dieser Stelle denjenigen Personen aussprechen,welche durch Zuwendungen die Veranstaltung ermöglicht und erleichtert haben, den hiesigenFamilien, welche die sämtlichen Butterbrote für die Bewirtung gestiftet hatten, und ganz besondersauch Herrn Clotten in Frankfurt a. M., welcher durch Stiftung einer größeren Geldsumme denGrundstock zu der finanziellen Durchführung des Kinderfestes legte.

6. Der alpine Garten

von Josef Buerbaum

I. Allgemeines über Alpenpflanzen und alpine Gärten

Seitdem das wirtschaftliche Leben in Deutschland einen so großartigen Aufschwung genommen undder Wohlstand in weite Schichten der Bevölkerung eingedrungen ist, wandern alljährlich, begünstigtaußerdem noch durch die bequemen und billigen Verkehrsmittel, tausend und abertausende vonMenschen hinauf in die Hochgebirge, um hier fern von dem Weltgetriebe in ruhiger Abgeschieden-heit, für einige Wochen von den Fesseln der Arbeit und Sorge befreit, sich zu erholen, um hierHerz und Gemüt, Leib und Seele zu erquicken und gesunden zu lassen an der wunderbaren, einzig-schönen Alpennatur.

Und wer dann zum erstenmal etwa gegen Ende Juni oder im Juli die alpine Pflanzenwelt derHochgebirge, zumal unserer Alpen, in voller Blüte zu sehen bekommt, der ist erstaunt über dieFülle und Mannigfaltigkeit der Blumen und Pflanzen, über die Reinheit der Farben und den köst-lichen Wohlgeruch. Daneben der bezaubernde landschaftliche Reiz. Hier üppige rasige Matten mitbunten Blumen durchsetzt, dort schroffe Felswände, in deren Ritzen und Spalten allerlei Pflanzen-gebilde, an karge Kost gewöhnt, ein bescheidenes, aber doch fröhliches Dasein führen. Welch einherrliches, reiches Vegetationsbild hier oben an der Grenze des ewigen Schnees! Ganz auffälligtreten hier Gestalt und Farbe der Pflanzen viel mehr in die Erscheinung, als da drunten im Tief-lande. Blumen und Pflanzen bilden hier die Ruhepunkte an dem einfarbigen Gestein, woran derBlick haften bleibt.

Wie entzückend schön ist doch die offene lachende Alpenaue, die vor uns liegt, wenn wir beimErsteigen des Hochgebirges die Grenzen des Baumlebens überschreiten. Dieser wunderbare, dichte,blumenbesäte Teppich, es ist die Heimat der Alpenpflanzen. Enzian, Alpenveilchen, Steinbrech,Edelweiß, Hungerblümchen, Alpenanemone, Glockenblume, Almrausch und wie sie sonst noch alle