DIORAMA
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III.
Diorama
von Dr. Hermann Board
I O alt wie die Kultur ist auch die Geschichte des Gartenbaues. Die schwebenden Gärten dersagenhaften assyrischen Königin Semiramis, die noch heute im Munde des Volkes sind, legendavon Zeugnis ab. Mit der Bebauung des Erdbodens geht das Bestreben der MenschenHand in Hand, ein Fleckchen ihrer Scholle so auszuschmücken, daß es ihnen in bequemerErreichbarkeit Ersatz für die Reize eines natürlichen Landschaftsbildes bietet. Wenn diesesGebilde sich naturgemäß den Boden- und klimatischen Verhältnissen anpaßt, den Gewohnheiten undSitten der Völker gerecht wird und sich zu einem harmonischen Ganzen verwebt, wird es zu einemplastischen, lebenden Kunstwerke, und wir reden deshalb mit Recht von einer Gartenbaukunst. Wiejede Kunst hat auch sie ihre Wandlungen durchgemacht, und je nach der Geschmacksrichtung undIndividualität der Völker haben sich gewisse feststehende Typen ausgebildet, die als charakteristischeStilarten gelten können. Wie sich stets ein Stil aus inneren Bedürfnissen heraus entwickelt und imendlichen Sichgenügen feste Form annimmt, so sind auch die im Gartenbau vorkommenden Stilarten aufAnforderungen an Licht und Schatten und an die lebenspendenden Quellen der Wärme und die desWassers gebunden. Demgemäß mußten die Gärten der sonnigen südlichen Länder andere Formenannehmen, als die der kälteren Zonen, weil sie eben anderen Lebensgewohnheiten und anderenAnsprüchen zu genügen hatten. Auch die Baustile sind nicht ohne Einwirkung auf die Gartenbau-kunst geblieben, indem die Linien der Architektur auf die horizontalen Flächen des Terrains über-tragen wurden. Man unterscheidet im allgemeinen zwei Stile: den regelmäßigen oder auch geschicht-lichen, zu dem der orientalische Garten, der römische oder italienische, der französische und der
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