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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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INTERNATIONALE KUNSTAUSSTELLUNG

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Wilhelm Schmurr

Die Schönheit der Form

I.

Die Internationale Kunstausstellung

von Dr. Hermann Board

USSTELLUNGEN sind immer von zwei Gesichtspunkten aus zu leiten: von dem desLehrens und dem des Lernens. Nur werden sie, namentlich wenn es sich um Kunstaus-stellungen handelt, in der Größe des abgesteckten Gesichtsfeldes differieren. Solche, denenes in der Hauptsache darum zu tun ist, lokalen Erzeugnissen schnellen und leichten Absatzzu verschaffen, werden um so eher den reklamehaften Ton einer dozierenden Selbst-gefälligkeit anstimmen, als sie in klug geschäftlicher Berechnung die Konkurrenz von außen abzuhaltenoder nur so nebenbei zum 'Worte zu kommen lassen suchen. Dagegen werden Ausstellungen, die nichtallein den klingenden Erfolg als erstrebenswertes Ziel ins Auge fassen, den Standpunkt des Lernens indie erste Reihe rücken und gastlich den fremden Mitstrebenden Haus und Türe öffnen. Und wenn derGastgeber bei all seiner bescheidenen Zurückhaltung doch noch gut abschneidet tant mieux.

Den Veranstaltern der Düsseldorfer Internationalen Kunstausstellung von 1904 muß es zum Ruhmenachgesagt werden, daß sie in der selbstlosen Aufopferung für ihre Gäste das Menschenmöglichegetan haben. Sie hatten eine exquisite Gesellschaft aus aller Herren Länder geladen, aber auch allesErdenkliche an Erleichterung und Placierung aufgeboten, um ihr den Aufenthalt an der Dussel soangenehm wie möglich zu machen, selbst unter Hintansetzung der eigenen häuslichen Interessen.Die größte Zahl und die besten der weiten Bildersäle im Kunstpalaste waren den auswärtigen undausländischen Künstlern eingeräumt, während sich die Gastgeber selbst mit einer Anzahl von Sälenbegnügten, die bei der starken Produktivität der heimischen Kunst eine bescheidene genannt werdenmuß. Auch in ihrem respräsentativen Auftreten hatte sich die rheinische Kunstmetropole, selbstauf die Gefahr einer Verschiebung der tatsächlichen Verhältnisse hin, eine ebenso bescheideneZurückhaltung auferlegt, die aber der auswärtigen Künstlerschaft von vornherein nicht zugemutetwerden konnte. Diese freiwillige Beschränkung stellte den Düsseldorfer Künstlern die Bedingung,daß sie nur Werke ausstellen durften, deren Entstehung nicht länger wie drei Jahre zurücklag.Damit sollte im Gegensatz zu der Deutsch-nationalen Kunstausstellung von 1902, auf der ein Über-blick über das Schaffen der letzten zwanzig Jahre gegeben worden war, die effektive Schaffenskraftunserer Tage illustriert und damit der Nachweis der künstlerischen und wirtschaftlichen Gleich-berechtigung der Düsseldorfer Kunst mit der aller übrigen vaterländischen und fremdländischen Kunst-zentren erbracht werden. Es muß von vornherein betont werden, daß das den Düsseldorfern nichtallein gelungen ist, sondern daß sie sich auch bei der Rangierung, wenn dieses Bild in Kunstange-legenheiten überhaupt zulässig ist, einen der ersten Plätze gesichert haben. Aus dem Wettkampfemit den deutschen Kunststädten war Düsseldorf im Jahre 1902 mit Ehren hervorgegangen, und ohneWiderspruch war ihm die jahrzehntelang vorenthaltene Anerkennung von Allen, die in deutschenLanden bilden und schaffen, erteilt worden. Da konnte es nicht Wunder nehmen, wenn in demstolzen Gefühle des Erfolges der Wunsch laut wurde, die Ziele weiter zu stecken, um nun auchden Wettlauf mit der ganzen künstlerisch sich betätigenden Welt zu wagen. In keckem Drängen