VERTEILUNG DER ARBEITEN
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II.
Die Verteilung der Arbeiten
Professor Roeber, dem vom Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen gewählten Vor-sitzenden der Gesamtausstellung, schlössen sich von Anfang an ausgezeichnete, zum Teil bei derAusstellung von 1902 bewährte Kräfte zur Leitung der verschiedenen Arbeitszweige an. Den ein-zelnen Abteilungen wurde jede mögliche Freiheit gelassen, soweit sie sich mit der finanziellenSicherheit des Gesamtunternehmens vertrug, und da diese Selbständigkeit der Abteilungsleiter denEhrgeiz anfachen mußte, so war das Ergebnis, daß sowohl in der Kunstausstellung und in der Kunst-historischen Ausstellung als auch in der Gartenbau-Ausstellung die Erwartungen bei weitem über-troffen wurden. Die Schwierigkeiten bei der Durchführung waren um so größer, als für die Inter-nationale Ausstellung die Einladungen und Auszeichnungen des Staates fehlten; sie hatte keinerleioffiziellen Charakter und mußte den Wettbewerb mit großen Haupt- und Residenzstädten um dieBeteiligung der auswärtigen Aussteller aufnehmen.
Professor Dr. Clemen war der geborene, erfahrene Vorsitzende für die Kunsthistorische Aus-stellung. Mit seinem reichen Wissen verbindet er jugendliche Begeisterungsfähigkeit, einen rastlosenTätigkeitstrieb und eine solche Energie, daß er das Unwahrscheinlichste möglich machte und seineAbteilung das Äußerste der Wünsche und Hoffnungen erfüllte.
Für die Kunstausstellung war es wieder der in allen technischen Einzelheiten erfahrene ProfessorMax Volkhart, der sich als treuster Mithelfer wie 1902 an die Seite Professor Roebers stellte.
Amtsgerichtsrat a. D. Dr. Marcus hatte den Vorsitz im Gartenbau-Ausschuß, den er mitder ihm eigenen Pflichttreue und einer bis auf das kleinste sich erstreckenden Sorgfalt undUmsicht bis kurz nach der Eröffnung leitete. Die Verbindungen, die er auf seinen großen Reisenangeknüpft hatte, führten der Gartenbau-Ausstellung bedeutendes und wertvolles Material zu, undseine Sachkenntnis gab ihm bei allen im Ausschuß zu entscheidenden Fragen den sicheren Boden.Zu unserm größten Bedauern hat ihn ein schweres Leiden verhindert, die Früchte seiner an-gestrengten Tätigkeit zu schauen, da er erst nach Schluß der Ausstellung wieder in der Lage war,sich seiner ihm so lieb gewordenen Arbeit hinzugeben und die Abwicklung mitzuleiten.
Gewaltige und für die kurze Zeit unglaubliche Leistungen konnte wieder der ZivilingenieurEmil Dücker aufweisen, dessen Bureau unter seiner Leitung alle technischen Fragen bearbeitete.Für die Beleuchtung, Wasserzufuhr und Kanalisation waren die Anlagen mustergültig und so tadel-los ausgeführt, daß vom Anfang bis zum Schlüsse alles ausgezeichnet, ohne jede Störung, inein-ander griff. Dücker übernahm auch die selbständige Leitung der ganzen gewerblichen Ausstellung,die Anstellung und Aufsicht der Beamten auf dem Platze, er kontrollierte die Bauten, sorgte fürdie Einrichtung der Schul- und wissenschaftlichen Abteilung sowie aller Sonderausstellungen, undes ruhte so die Hauptlast der Ausstellung zum größten Teil auf seinen Schultern.
Die ständige Verbindung zwischen dem Ausstellungsunternehmen und der Stadtverwaltung wurdedurch den stellvertretenden Vorsitzenden der Gesamtausstellung, Beigeordneten Dr. Thelemann,hergestellt. Durch seine rasche und energische Art des Arbeitens wurden alle mit der Stadtschwebenden Fragen schnell geklärt und geordnet. Er übernahm außerdem die mühe- und ver-antwortungsvolle Beaufsichtigung der Spedition und des Transportwesens. Ihm unterstand unteranderem des gesamte Gebiet der Abonnements- und Eintrittskarten und er erledigte alles ihm Über-tragene glatt und sicher mit peinlichster Genauigkeit.
Den Vorsitz des Verwaltungs-Ausschusses übernahm Oberbürgermeister a. D. Haumann mitliebenswürdiger Bereitwilligkeit. Seiner außerordentlichen Erfahrung und hervorragenden Kenntnisaller gesetzlichen Bestimmungen ist es zu danken, daß die überaus zahlreichen Verhandlungen mitden Unternehmern, den Pächtern der Restaurants usw. sich glatt abwickelten und die Übereinkommenklar und genau in Verträgen fixiert waren.