I.
Die Leitung
ÜR die Veranstaltung einer Internationalen Kunstausstellung würde es genügt haben, denVorstand des eingetragenen „Vereins zur Veranstaltung von Kunstausstellungen" mit derLeitung zu betrauen; sobald aber der Plan der Verbindung einer solchen InternationalenKunstausstellung mit einer Kunsthistorischen Ausstellung und später sogar mit einergroßen Gartenbau-Ausstellung die Genehmigung dieses Vorstandes und sämtlicher Vereins-mitglieder erlangt hatte, mußte die Organisation eine wesentliche Erweiterung erfahren.
Bei den zahlreichen Vorverhandlungen über die hinzuzuziehenden Personen und zu schaffendenKommissionen erweiterte sich zusehends, ganz besonders bei der Gartenbauausstellung, der Kreisder Herren und selbst der Damen, die um ihre Mitwirkung gebeten worden waren.
Wenn sich auch die Organisation auf den Grundsätzen aulbaute, die sich bei der Ausstellungdes Jahres 1902 bewährt hatten, und wenn dies auch um so natürlicher war, da die Mehrzahl derleitenden Personen wieder dieselben wie 1902 geblieben waren, so ergaben sich doch einige nichtunwesentliche Änderungen.
Zunächst wurde für die Durchführung dieser Ausstellung der Vorstand des eingetragenen „Vereinszur Veranstaltung von Kunstausstellungen" erweitert, eine angemessene Zahl dieser Vorstands-mitglieder mit dem Rechte ausgestattet, im Namen des Vereins und, nachdem für die Ausstellungdie Bezeichnung „Internationale Kunst-Ausstellung und Große Gartenbau-Ausstellung Düsseldorf 1904"gewählt worden war, im Namen dieser derart zu zeichnen, daß die mit zwei von den hierzu be-rechtigten Herren vollzogenen Schriftstücke rechtsverbindlich wirkten. Eine kleinere Anzahl dieserHerren mußten zu allen Sitzungen eingeladen werden.
Dem Gesamtvorstande lag die Entscheidung in allen wichtigen Fragen ob, dem kleineren Kreise,der ja gewissermaßen als Arbeitsausschuß hätte bezeichnet werden können, die Entscheidung inallen minder wichtigen und in allen eiligen Angelegenheiten.
Dem Bau-Ausschuß oblag die Feststellung der Bedingungen für die Ausschreibung eines Ideen-wettbewerbs über die Ausgestaltung des Geländes, die Feststellung der Ergänzungsbauten zumKunstpalast, die Übernahme und Veränderung der noch von 1902 herrührenden übrigen Bauten, allemit dem Bau des Dioramas zusammenhängenden Angelegenheiten und die gutachtliche Äußerungüber die von Ausstellern aufgeführten Bauten.
Der Finanz-Ausschuß hatte die Voranschläge zu beraten, die Art der Kassenführung festzustellen;seine Pflicht war es, dafür zu sorgen, daß die Einnahmen möglichst hoch, darüber zu wachen, daßdie Ausgaben nicht über das Maß des notwendigen entwickelt wurden.
Der Finanz-Ausschuß hatte die Beschaffung der Garantiescheinzeichnungen und die Belehnung derGarantiescheine durchzuführen und wurde zur Prüfung aller wichtigen Angelegenheiten heran-gezogen, in denen er zusammen mit dem Vorstande zu entscheiden hatte; er verteilte unter denMitgliedern die Revision der Kasse.
Von dem Finanz-Ausschuß wurde eine besondere Lotteriekommission abgezweigt, der die Bear-beitung sämtlicher auf die Lotterie bezüglichen Angelegenheiten, soweit sie sich auf die Ausgabeder Lose, auf die Beschaffung der Gewinne, auf die Durchführung der Ziehung und die Abwicklungder Gewinnausgabe bezogen, übertragen wurde.
Eine ganz besonders wichtige Aufgabe hatte der Gartenbau-Ausschuß, der bei den Fragen derAusgestaltung des Geländes, bei der Feststellung der verschiedenen Sonderausstellungen, bei derVerteilung der Hallen nicht minder wie bei der Beratung über die Bestimmungen zu Rate gezogenwurde.
Obgleich den Leitern der Gartenbau-Abteilung, wofür es gelang, die hervorragendsten Kräfte desGartenbaus zu gewinnen, ein großes Maß von Selbständigkeit eingeräumt werden mußte, so war