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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
Entstehung
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ABWICKLUNG DER AUSSTELLUNG

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III.

Abwicklungsgeschäfte nach Schlufs der Ausstellungvom 24. Oktober 1904 bis zum 31. März 1905

S gibt kaum einen stärkeren Gegensatz auf einem Ausstellungsgelände als zwischen demSchlußtage und dem darauf folgenden. Am Schlußtage freudiges Gedränge, von fern undnah heranströmende Massen von Fremden und Abonnenten, alles voller Leben, die Hallendicht gefüllt, jeder sucht noch einen letzten Blick auf das ihm Liebgewordene zu werfen,oder noch Neues zu finden. Am Tage darauf bietet das schöne Gelände ein Bild derEinsamkeit und trostloser Öde. Die erheiternden Klänge der Musik sind verhallt und an einzelnenStellen beginnt schon die vandalische Zerstörung des mühsam Auferbauten und so sorgsam Gepflegten.Bald nimmt dieser Trieb des Vernichtens immer größere Dimensionen an und es entwickelt sichwieder ein reges Treiben, die vielen Ausstellungsgegenstände zu beseitigen, die Gebäude nieder-zulegen, dem Gelände den früheren Charakter wiederzugeben. Eine große mühselige Arbeit, aberwehmütiger Art und um so weniger erfreulich, als bereits die kalten und kurzen Tage nur nochbescheidene Sonne und Wärme spenden. Schlimme Tage brechen jetzt über die Speditionsgesellschaftherein, die von allen Seiten bestürmt wird, möglichst rasch die leicht vergänglichen Pflanzen, diegroßen Wert repräsentieren, wegzuschaffen.

Die Orchideen verließen zuerst das Gelände mit ihren Waggons nach Frankreich, Belgien, Hollandund Marienfelde. Ihnen folgten die Waggons mit Chrysanthemen nach Hamburg und Zürich.Dann leerten sich die Hallen, zunächst die Glashäuser mit ihrem empfindlichen Inhalt, dann dieHaupthalle mit den deutschen Palmen und Blätterpflanzen. Ludwig Winter aus Bordighera begannmit der interessanten Verpackung des aus Italien hergebrachten Palmenwaldes; allerorten warendie Gärtner in angestrengter Arbeit tätig, um Rosen, Dahlien, Canna und die verschiedenen Koniferenund alles das, was von Pflanzen irgend noch einen Wert hatte, auszugraben und zu versenden.

Im Kunstpalaste mußten in der modernen Abteilung an 2000 Ölgemälde, mehrere Hundertplastische zum Teil sehr große und überaus schwere Werke verpackt und versandt werden. Dazukam die überaus verantwortliche Auflösung der Kunsthistorischen Ausstellung, deren Gemälde anVersicherungsprämien eine ungeheuerliche Summe gekostet hatten.

Mit diesen Arbeiten ging Hand in Hand eine gleich angespannte Tätigkeit im technischen Bureauund bei der Kassenverwaltung.

Auch die industrielle Ausstellung mit ihren tausenden kleineren und größeren Gegenständen, dieInternationale Vasenausstellung mit ihrer Fülle von neuen Ideen und reizenden Gestaltungen mußtesortiert, verpackt, in alle Welt versandt und das Verkaufte verrechnet werden.

Daß bei dieser hastigen Arbeit die Kräfte nicht reichten, alles in der von den Ausstellern ge-wünschten Weise durchzuführen, daß manche Verwechslungen unterliefen, gab zu zahlreichenReklamationen Veranlassung. Zuweilen waren die Bureaus mehr überlastet, als während der Aus-stellung selbst und ihrer Vorbereitung.

So war langsam das Weihnachtsfest herangekommen, das durch die Huld Seiner Majestät desKaisers dem Ausstellungsunternehmen eine höchst erfreuliche Anerkennung brachte. DurchKabinettsordre vom 19. Dezember 1904 verlieh der Kaiser dem Vorsitzenden der Ausstellung,Professor Fritz Roeber, den Kronen-Orden II. Klasse, dem Freiherrn von Solemacher den RotenAdler-Orden III. Klasse mit der Schleife, dem Rechtsanwalt Lohe und Direktor Frauberger zuDüsseldorf sowie dem Garteningenieur Rudolf Jürgens zu Hamburg den Roten Adler-OrdenIV. Klasse, dem Orchideenzüchter Otto Beyrodt zu Marienfelde bei Berlin und Redakteur Olbertzzu Erfurt den Kronen-Orden IV. Klasse. Den Professortitel erhielten Maler Volkhart in Düsseldorfund Privatdozent Dr. Firmenich-Richartz in Bonn.