AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN
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Es wäre doch eine Tat von großer wirtschaftlicher Bedeutung, wenn der Obstüberfluß derjenigenProvinzen mit verhältnismäßig wenig eigenem Konsum (wie z. B. Preußen, Posen, Pommern usw.)in Zukunft innerhalb Deutschlands zu bestimmten Zeiten (September, Oktober, November) aufbestimmten Strecken zu Spezialtarifen dem Stuttgarter Obstmarkt zugeführt würde, anstatt daßjetzt dort ausländisches Obst den Markt beherrscht. Wir lehren, und dies mit Recht, den Obst-züchter bessere Sortierung des Obstes! Dies ist so lange ein frommer und theoretischer Wunsch,als wir ihnen nicht eine sichere Möglichkeit geben, dieses ausgesuchte, kleine, beschädigte, fleckigeObst auch rationell und rentabel zu verwerten. Da dasselbe sich fast ausnahmslos zur Most-(Apfelwein)Fabrikation eignet, so wären hier billige und rasche Transportgelegenheiten nach Gegendenmit entwickelter Obstindustrie von geradezu eminenter Bedeutung.
Durch diese Spezialtarife würden auch die Staatsbahnen der zu passierenden Bundesstaaten,keine schlechten Geschäfte machen, denn sie erhielten im Gegensatz zu jetzt, wo das Obst nachWürttemberg direkt aus dem daran grenzenden Auslande kommt, ohne diese Staatsbahnen zubenutzen, die ganzen Einnahmen für diese Transporte und Württembergs Bahnen würden ihre bis-herigen Einnahmen behalten. Solche Spezialtarife auf bestimmten Strecken für Mostobst hättennatürlich nur Sinn nach solchen Gegenden, welche erwiesenermaßen ihren Eigenbedarf nicht selberdecken können; ein Import nord- oder ostdeutschen Obstes z. B. nach der Rheinprovinz, Rhein-hessen usw. würde selbstredend nicht angängig sein, da diese berechtigt sind, unter Aufwand teurerLöhne, Pachten, Bodenzins usw. ihren Bedarf selber zu decken. Wenn auch in den angegebenennördlichen und östlichen Gegenden Deutschlands die Verwertung im eigenen Haushalt durch Frisch-genuß, Einkochen, Apfelweinherstellung usw. noch sehr zu heben ist, so wird doch gerade dortimmer noch sehr viel aussortiertes, zum Rohgenuß, Markt und Handel weniger taugliches Obst
Sonderausstellung der Frhr. A. v. Solemacher'schen Obstkulturen und Baumschulen, Burg Namedy bei Andernach a. Rh.Ende September zwischen zwei Ausstellungsterminen. Feines Tafelobst in Originalverpackung
übrig bleiben und dies ganz besonders dann, wenn wir uns der auch von Düsseldorf bestätigtenErkenntnis nicht verschließen, daß Deutschlands Zukunft hauptsächlich in der Massenproduktionguten Wirtschaftsobstes und in bevorzugten Gegenden von gutem Tafelobst liegt.