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AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN
schaft großen Erfolg haben müßten, besonders wenn sie kaufmännisch geleitet wären und dasObst in Einheitsverpackungen und reeller Sortierung geliefert werden würde.
Düsseldorf lehrte uns, daß wir in einigen Obstarten und Sorten dem Auslande überlegen sind,in anderen aber nicht mit Vorteil konkurrieren können. Wir müssen daher die erstere Produktion
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Internationale Oktober-Ausstellung. Gärtnervereinigung „Westlandia" Naaldwyk, Holland
zielbewußt und ohne jegliche Sentimentalität verstärken, die letztere möglichst einschränken; denndas Wesen des modernen und wirtschaftlichen Obstbaues soll darin bestehen, nicht den Boden zurProduktion ihm nicht zusagender Kulturen zu zwingen, sondern ihm diejenigen Produkte abzuge-winnen, die er willig und gut hervorzubringen in der Lage ist. Jeder Kampf mit der Natur rächtsich stets über kurz oder lang. Die Hauptsache bei gedeihlichem Obstbau ist höchstmöglicherErtrag bei geringsten Unkosten und er gipfelt in der Frage: Welche Sorte verzinst den ihr gegebenenRaum am höchsten?
Die Düsseldorfer Ausstellung hat uns der Lösung dieser Aufgabe um einen guten Schritt näher-gebracht, indem sie uns in den praktischen Aufgaben wichtige Winke über Sorten und in derVerkaufs- und Handelsausstellung über Nachfrage, Handels- und Marktwert gab. Ein Umstand,der bei den Düsseldorfer Ausstellungen auch viel zu denken gab, waren die gerade hier so rechtins Auge fallenden Fracht- und Tarifverhältnisse. Als wir noch keinen Zollschutz hatten, waren diein Deutschland bestehenden hohen Tarife für Frischobst eher gerechtfertigt, da sie nicht dem aus-ländischen Obste mitdienen sollten. Nachdem wir aber jetzt einen — zwar leider sehr geringen —Zollschutz haben, ist eine Revision derselben dringend geboten. Es werden auch in Zukunft stetsungünstige Obstjahre eintreten, die uns zwingen werden, das Ausland zur Deckung unseres Bedarfsmit heranzuziehen.
In reichen Obstjahren macht sich aber jetzt schon, besonders in solchen, von den großen Konsum-Zentren abgelegeneren Teilen Deutschlands mit schlechten, resp. teuren Verbindungen, eine starkeVerkaufsunmöglichkeit geltend. Einzelne Teile Deutschlands verbrauchen ganz erheblich mehr Obstals sie produzieren, wie z. B. Württemberg.
Die Düsseldorfer Ausstellung zeigte den hohen Stand des Württembergischen Obstbaues, indemdie dortigen Aussteller auf der Oktober - Ausstellung reichen Erfolg davontrugen. Der Gesamt-Geldwert der Obstproduktion Württembergs betrug im obstreichen Jahre 1904 fast das Doppelte(13,4 Millionen Mark) des Durchschnitts der davorliegenden zehn Jahre (6,9 Millionen Mark). Trotzdemwurden 1904 an Mostobst noch fast die gleiche Anzahl Doppelwaggons, wie im obstarmen Jahre1903 eingeführt (rund 6000 D.-Waggons). Nur 38,3 Prozent kamen aus anderen deutschen Bundes-staaten; dagegen 61,7 Prozent (rund 3700 D.-Waggons) aus dem Auslande, hauptsächlich der Schweizund Frankreich, dann auch aus Italien und Österreich. Durch sorgfältige Sortierung des Obstesgewinnt Württemberg sein Tafel- und Wirtschaftsobst für eigenen Bedarf und noch ca. 400 D.-Waggonsfür den Export.