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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN

Internationale Okiober-Ausstellung. Schweizerische Abteilung, Bernische Obstexportgenossenschaft

noch eine große Rolle spielen. Deutschlands Obstbauzukunft liegt nunmehr nicht mehr so sehrin unverhältnismäßig stark vermehrten, leider oft recht gedankenlos ausgeführten Neuanpflanzungen,sondern im Ausbau des bis jetzt Geschaffenen und zielbewußten Maßnahmen für die Zukunft.

Jedenfalls sollten sich alle verantwortlichen Stellen dessen bewußt werden, daß alle Anreizungen,neue Obstanlagen in klimatisch ungünstigen Gegenden und geringen Bodenarten zu veranlassenoder zu subventionieren, eine Schädigung der deutschen Obstbauer, also gerade das Gegenteil desGewollten bedeuten; auch ist dem Bestreben, in solchen Gegenden feine Tafelobstsorten anpflanzenzu wollen, energischst entgegenzutreten, während wohl vorbereitete Neuanlagen an richtiger Stelle,gut durchdacht und sachgemäß ausgeführt, besonders, wenn sie in der Zukunft eine Gewähr fürrationelle Pflege bieten, auch fernerhin zu fördern sind. In Subventionierung von Anlagen anStellen, die für rentablen Obstbau nicht mehr geeignet sind, ist viel gesündigt worden. SolcheGegenden sind dann Herde für Ungeziefer und Krankheiten usw. Die dann nicht ausbleibendenRückschläge und Mißerfolge belasten das Konto des deutschen Obstbaues und diskreditieren diegute Sache. Auch ist in solchen Gegenden, die meist eine weniger dichte Bevölkerung, alsogeringeren Eigenkonsum haben, jegliche Verwertung des Obstes erschwerter, ganz besonders wennman bedenkt, daß der Frischverkauf des Obstes stets in der Verwertung desselben die ersteStelle einnehmen muß.

Bessere Pflege der Bäume, besondere Fürsorge des Ausbildungswesens der Baumwärter, Er-oberung des Inlandsmarktes und dann Wiedergewinnung unseres früheren und Weiterausbau unseresjetzigen Exportmarktes, speziell Englands, dies muß die Parole werden.

Der Einfluß der Düsseldorfer Ausstellung ist schon auf einer Reihe von mir besuchter Ausstellungendes Jahres 1905 deutlich ersichtlich gewesen; auch intelligente Züchter haben sich in ihren Neu-anlagen bereits nach den dort gesammelten Erfahrungen gerichtet. Leider wird ein Mittel, die infrüheren Jahren bei der Anpflanzung begangenen Fehler in der Auswahl der Sorten wieder gutzu-machen, nämlich das Umpfropfen von Bäumen minderwertiger Sorten mit gesunden, guten Handels-sorten, viel zu wenig angewandt. Bäume, sofern sie noch gesundes Holz und Wachstum haben,können mit Erfolg umgepfropft werden. Ganz besonders eignen sich hierzu Sorten mit großerTriebkraft und gesunder Belaubung, wie z. B. Schöner von Boskoop, Boikenapfel, Jakob Lebel,Transparent von Croncels, Lord Grosvenor, Winterrambour, Gelber Edelapfel usw.

Der Wichtigkeit dieses Gesichtspunktes angemessen, war in der Oktober-Ausstellung u. a. auchfolgender Wettbewerb ausgeschrieben worden für größere Baumschulen sowie für Besitzer oderPächter größerer Erwerbs-Obstanlagen.Wertvolle Äpfel- und Birnensorten, welche in den Anlagendes Ausstellers frei von Fusicladium waren". Auf gesunde Belaubung und stark ausgeprägte Blatt-entwicklung, festes lederartiges Blatt ist besonders dort, wo man mit Blattkrankheiten zu kämpfenhat, bei Neukulturen zu sehen; die Wichtigkeit dieses Umstandes ist noch nicht genügend erkannt.Alle abgelebten alten, alle zu Blatt- und anderen Krankheiten neigende Sorten sollten energisch aus-