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AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN
erfüllt sein mußte, und nach anderen, in welchen allein die höchste Kultur der Ausstellungsbäumefür die Prämiierung den Ausschlag gab.
Zum erstenmal erschienen auf einer Ausstellung von Baumschulwaren Aufgaben, wie z. B. diefolgende: „20 Apfelhochstämme mit einjährigen Kronen in je fünf Sorten. Von jeder Sorte müssenin der Baumschule des Ausstellers 1000 Hochstämme von gleicher Qualität der ausgestellten abgeb-bar sein; mit Angabe des Verkaufspreises und der verkäuflichen Menge". Auf diese Art wurdeauch dem tatsächlichen Bedürfnis des kaufenden Publikums Rechnung getragen, und die Ausstellungverlor dadurch nicht aus dem Auge das Endziel aller Ausstellungen: Ermöglichung des besserenVerkaufs der ausgestellten Produkte.
Das gleiche Streben wie bei dem Obst war also auch bei den Bäumen aufgestellt: Gute Durch-schnitts-Verkaufsware bei Massenanzucht auf der einen, höchste Erfolge durch Kunst- und Kultur-leistung auf der anderen Seite. Man wird in der Annahme nicht fehlgehen, daß die Trennungdieser beiden Hauptrichtungen im Obstbau auf Ausstellungen und auf allen wirtschaftlichen obst-baulichen Gebieten in Zukunft immer schärfer herbeigeführt werden muß. Die Ausstellung derObstbäume und Obststräucher mußte naturgemäß gegenüber der gewaltigen Obstausstellung zurück-treten. Nichtsdestoweniger war sie eine reich und mit wenig Ausnahmen auch durch ihre vorzüg-lichen Leistungen ausgezeichnet beschickte. Die Aufstellung an dem deutschen Rheinufer entlangbot ein erfreuliches Bild fortgeschrittener deutscher Baumschulkulturen.
Die außerordentliche Beteiligung an der Internationalen Obstausstellung ist der beste Beweisdafür, welche Bedeutung man in den Obstbau treibenden Ländern derartigen Ausstellungen imallgemeinen und der Düsseldorfer Ausstellung im besonderen beilegte. Immer wieder und auchimmer mehr mußte man sich der Überzeugung erschließen, daß eine moderne Obstausstellung derkünstlerischen Anordnung und der Abwechslung Rechnung tragen muß, ohne daß sie dabei zu einergeschmacklosen Überhäufung, schreienden Farbenwirkung ausarten darf. Auf einer Obstausstellungmüssen die Früchte die Hauptsache bleiben. Alle Dekoration darf nur dazu dienen, das Obst indas beste, in das vorteilhafteste Licht zu rücken, niemals aber es zu übertrumpfen versuchen.
Diese Internationale Obstausstellung zeigte aber weiter, daß den deutschen Obstzüchtern nochmanches an dem kaufmännischen Geiste fehlt, der den Ausländern zu ihrem großen Erfolge ver-holfen hat. Das Beispiel des Auslandes, besonders Österreichs, Frankreichs und Hollands, auf denDüsseldorfer Ausstellungen muß dem deutschen Obstbau zur Lehre dienen.
Obstproduktions-, Obstverwertungs-, Obstverkaufs-Vereinigungen für kleinere und größere Bezirkemüssen nicht etwa künstlich hervorgerufen werden, als vielmehr aus der eigensten Erkenntnis derObstzüchter nach deren Notwendigkeit entstehen. Dazu gehört, daß diesen das rechte Verständnisdurch Lehre und Beispiel eingeimpft wird. Nur im Ausnahmefall werden Gärtner, Landleute, Arbeiter,welche von früh bis spät, lang und schwer körperlich arbeiten müssen, Veranlagung, Zeit und Lustbesitzen, sich nach des Tages Last kaufmännisch zu betätigen. Es wird immer die Aufgabe einzelnervor allem die der Führer und Lehrer im Obstbau sein müssen, die ersten notwendigen kaufmännischenVereinigungen einzurichten und brauchbare Leute mit ihnen vertraut zu machen.
Der Obstverbrauch in Deutschland hat noch lange nicht den Umfang erreicht, den man vomwirtschaftlichen und gesundheitlichen Standpunkt aus wünschen möchte. Durch die DüsseldorferAusstellungen ist der Beweis erbracht worden, daß unsere deutschen Obstzüchter mit gutem undbilligem Obst ebenso leistungsfähig sein können als das Ausland.
In der Feinobstzucht wird Deutschland kaum mit dem Auslande, soweit dies ein günstigeresKlima besitzt, konkurrieren können. Trotzdem zeigen eine Anzahl ganz hervorragender deutscherLeistungen auf der Ausstellung auch hierin gute Aussicht für die Zukunft. Es fehlt bei uns bis heutenoch an Käufern für derartiges Feinobst. Dies erzielt in Deutschland nicht die gleich hohen Preisewie das französische Obst. Als Beweis hierfür mag die Tatsache dienen, daß die Menge der aus-gestellten ausländischen Tafelfrüchte nicht in Deutschland blieb; es wurde wieder nach auswärtsverkauft, weil in Düsseldorf auch nicht einmal die niedrigsten der geforderten Preise gezahlt wurden.Die französischen Trauben mußten in Düsseldorf sehr viel billiger verkauft werden, als dies in Parisder Fall gewesen wäre. Gut kultiviertes deutsches Obst wird aber nicht mehr die ausländischeKonkurrenz zu fürchten haben, sobald später einmal ein entsprechender Zollschutz vorhanden sein wird.
Die Folge der Düsseldorfer Obst- und Gemüse-Ausstellungen ist für den deutschen Obstbau durchden Vergleich der verschiedensten Leistungen miteinander und durch das Beispiel hervorragender,in einer großen Anzahl selbst vollkommenster Leistungen ungemein lehrreich geworden. Möchtendiese Lehren auch beherzigt und ihnen gefolgt werden.
Gewiß werden kleinere Ausstellungen für die Bezirke, in welchen sie stattfinden, ihre Vorteilehaben, es dürfen aber gelegentlich die großen internationalen Wettbewerbe nicht fehlen.