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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN

Anatole Cordonoier

Internationale Oktober-AusstellungAnatole Cordonnier et fils Bailleul Nord

unter denen sich die Früchteoft in überraschender Ver-schiedenheit entwickelt hatten,konnte ein scharfer Beobachterund Sortenkenner die Eigenartder Rassen- bezw. Sortenmerk-male wohl wieder erkennen.

Die Lösung praktischer Auf-gaben war ein Wettbewerb,welcher in Düsseldorf zumerstenmal in das Programmeiner Ausstellung zum Aus-druck gebracht war. Der lei-tende Gedanke für diesen Wett-bewerb ging davon aus, allen,welche den Obstbau nur zumZweck ihres wirtschaftlichenNutzens treiben, die Erfah-rungen tüchtiger, scharf beob-achtender und scharf rechnen-der Obstzüchter zugute kommenzu lassen. Nur solche, welchedurch ihre Leistungen in derPraxis den Beweis für ihrWissen und Können lieferten,waren in dieser Abteilung zu-gelassen. Die beste Erläuterung hierzu geben die gestellten Aufgaben selbst, von denen wir diefolgenden als typisch nennen:

Wettbewerb ausschließlich für Besitzer und Pächter größerer Erwerbs-Obstanlagen.Äpfel- und Birnensorten, welche für den Aussteller die größten Renten ergeben haben, mit Angabe,wie sich diese zusammensetzten (z. B. hohe und sichere Erträge, hohe Preise, wenig Ungeziefer,Langlebigkeit und dergl.) und Angabe darüber, welche Sorten er bei Neupflanzungen zur Erzielungder höchsten Rente besonders berücksichtigen würde. Ferner:

Wettbewerb nur für Besitzer von Straßenpflanzungen. Die an den Straßen des Aus-stellers geeignetsten und ertragreichsten Sorten, welche bei Neupflanzungen an Straßen in ersterLinie wieder angepflanzt werden würden. Von den Bewerbern wird gefordert, daß sie mindestens100 tragfähige Bäume der betreffenden Sorte besitzen. Genaue Mitteilungen über Anzahl der Bäume,Geld- und Mengenerträge in den letzten Jahren sind erwünscht.

Um es den verdienstvollen Züchtern neuer Obstsorten zu ermöglichen, den Erfolg für ihre müh-selige Arbeit selbst einzuheimsen, erschien zum erstenmal auf Ausstellungen die folgende Preis-aufgabe:Züchtungen, dieselben dürfen nur vom Ursprungszüchter ausgestellt sein. Der Anmeldungist eine Beschreibung beizufügen über Vorzüge, Nachteile der Sorten, Reifezeit, welche Lücke mitdieser Sorte ausgefüllt werden soll oder welche andere Sorte durch diese ersetzt werden kann.Ferner ist anzugeben, ob und wo erprobt und empfohlen".

Durch diese verlangte Beschreibung sollte erreicht werden, daß sich die Züchter sowohl, alsauch die solche Neuheiten verbreitenden Baumschulen immer dessen bewußt werden sollen, daßeine Bereicherung der Kataloge an neuen, noch nirgends erprobten und oft sehr minderwertigenSorten eine Schädigung des Obstbaues an Zeit und Geld bedeuten können. Es wird immer einedankenswerte Aufgabe für die Pioniere im Obstbau einerseits und für die Sortenliebhaber ander-seits sein, aus dem unkontrollierten Wust der jährlichen Sorten Neuanpreisungen das Gute heraus-zusuchen; es wäre aber dennoch gut, wenn das Publikum und auch die, solche Neuzüchtungen ausdem Aus- und Inland einführenden Baumschulen sich weniger gläubig gegenüber den oft inschreiendsten Reklameanpreisungen gehaltenen Offerten verhielten.

Die AbteilungHandelsobst in Verpackung" war reich und mannigfaltig beschickt. FürPost- und Bahnversand, in Verpackung für Delikatessenläden, für Pfirsiche und für Weintrauben wareninternationale Wettbewerbe vorgesehen und der Unterschied in den Verpackungsarten der ver-schiedenen Länder war ein ebenso großer, als im Vergleich miteinander lehrreich.

Vielleicht am besten in dieser Ausstellung schnitt Österreich ab, und in seiner Gesamtausstellungwiederum Tirol, welches durch seine einfache und sachgemäße Verpackungsart das Interesse Aller