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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN

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Spezialitäten: Schwarzwurzel, Rettig, gelbe Rüben, Sellerie, Küchenkräuter und Kopfkohl vertreten.Die Vorzüglichkeit ihrer Kulturen und ihr erfolgreicher Handel beruht hauptsächlich auf der ein-heitlichen Organisation, der Bamberger Art der Verpackung, des Versandes und Handels, der Boden-bearbeitung und Düngung.

Das Rheinland hatte sich zahlreich an den Sortimenten beteiligt. Die vielen Sorten mit ihrenguten, richtigen Etikettierungen zeigten großen Fleiß und viele Kenntnis. Von besonderer Güte unterden rheinischen Gemüsen waren: Tomaten, Gurken, Kürbis, Zwiebeln, Bohnen, Kartoffeln.

Die Franzosen hatten ausgezeichnete Artischocken, Melonen und Gurken, daneben auch eine sehrlehrreiche Darstellung der Champignongzucht ausgestellt. Es ist nicht zu bezweifeln, daß die letztereüberall dort, wo billiger Dünger genügend zur Verfügung steht — also hauptsächlich auf demLande — sehr lohnend zu werden vermag. Zumal in dem wohlhabenden Rheinlande, aber auchsonst in großen Städten wird sich mit dem vergrößerten Angebot auch der Verbrauch steigern.

Holland hatte schon auf der früheren und jetzt wiederum auf der Herbst-Gemüseausstellunggezeigt, wie es den Gemüsebau feldbaumäßig betreibt. Es bewies ferner, daß sein Gemüsehandelvorzüglich organisiert ist, und daß es sich mit größter Energie alles guten Neuen auf dem Gebietedes Gemüsebaues zu bemächtigen strebt. Der günstige Boden, gutes Klima, sehr günstige Wasser-verhältnisse, nicht zu hohe Arbeitslöhne, bewährte Verkaufsvereinigungen, dazu Zollfreiheit und dieGelegenheit, die Gemüse auf kurzem und billigem Wege über die nahe deutsche Grenze bringenzu können, haben dazu beigetragen, den holländischen Gemüsebau von Jahr zu Jahr zu vergrößernund ihn zu einem sehr gewichtigen Konkurrenten deutschem Gemüse gegenüber zu machen. ImDurchschnitt der letzten fünf Jahre 1900 bis 1904 betrug die holländische Gemüseeinfuhr pro Jahrrund io 1 /* Millionen Mark. Das sind gewaltige Summen, welche Deutschland und seinem Gemüse-bau alljährlich entzogen werden.

Die Düsseldorfer Gemüseausstellungen zeigen uns manchen guten Weg, wie dem in Zu-kunft erfolgreich entgegenzutreten ist und um die bisher von Jahr zu Jahr mehr angewachseneKonkurrenz zurückzudämmen. Wir werden in Zukunft anstreben müssen:

1. Richtige Auswahl weniger, aber erprobter und im Handel bewährter Gemüsesorten; Ein-schränkung des vielen Sortimentsanbaues.

2. Rationelle Düngung mit allen zugehörigen Nährstoffen, wodurch größere, ausgiebigere, haltbareHandelsware von besserem Geschmack erzielt wird. Stallmist und Latrine allein geben demGemüse grobe Struktur und herben Geschmack. Durch gleichzeitige Anwendung künstlichenDüngers wird Qualität und Quantität verbessert.

3. Übergang zum feldmäßigen Gemüsebau, bei welchem die Arbeitskräfte besser ausgenutzt werden.Bei dem ständigen Gebrauch der Hackpflüge und Räderhacken zum Lockern und Reinigender Felder können die teuren und immer mehr mangelnden Arbeitskräfte ersetzt werden.Dies trifft im besonderen für die rheinischen Industriestädte und deren Umgebung zu. Dasin ihrer Nähe für Bauspekulation oft jahrelang brach liegende Land kann bei billiger feldbau-mäßiger Bestellung dem Gemüsebau erschlossen werden.

4. Der Gemüsebau und Gemüsehandel muß einheitlicher gestaltet und besser organisiert werdendurch: Gründung von Anbau- und Verkaufsvereinigungen und Genossenschaften, durch ein-heitliche Verpackung, durch Errichtung von kurzen, drei- bis vierwöchentlichen Gemüsebau-lehrkursen für Landwirtssöhne und für Gärtner, durch wiederkehrende Veranstaltung von Orts-gemüseausstellungen.

5. Durch Erstrebung billigerer Frachten und schneller Beförderung.

Ebenso wie im Wein- und Obstbau darf auch im Gemüsebau nichts unversucht bleiben, umdiesem eine bessere Entwicklung und eine größere Ausdehnung zu sichern.

VIII. Große Internationale Obstausstellung und IX. Deutsche Ausstellung von Handels-obst und Baumschulwaren vom 8. bis 16. Oktober.

Die Bedeutung der Vorgängerinnen dieser letzten und größten Ausstellungen in Düsseldorf hattebei Laien und Fachleuten unbestritten die Erwartungen hoch gespannt. Der zur Zeit der Ausstellungtagende „Deutsche Pomologenkongreß" führte zudem eine große Zahl deutscher Fachleute des Obst-baues nach Düsseldorf und in die Ausstellung. Die hierdurch berechtigte Erwartung auf zahlreichenBesuch von Fachleuten aus allen Ländern war für alle Vorarbeiten und Vorbereitungen zu dieserletzten großen Obstausstellung mitbestimmend gewesen.

Eine Kommission von im Obstbau und im Ausstellungswesen erfahrenen deutschen Fachleutenhatte schon im Sommer 1903 das Programm in allen seinen Hauptzügen entworfen.

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