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AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN
Wettbewerb ausgeschrieben. Die Küchenäpfel (Codlins) entsprechen in ihrer Mehrzahl den vorer-wähnten Eigenschaften der Frühobstsorten, und sie waren es auch, welchen in dieser Abteilung dieführende Rolle zufiel. Es ist nicht zu viel behauptet, daß die Beschickung dieser Programmnummerfür alle Obstzüchter eine ganz besonders lehrreiche war und allein die Reise nach Düsseldorf lohnte.Es darf nicht die Aufgabe dieses Berichts sein, die einzelnen Aussteller hervorzuheben. Auf diebesonders interessante und lehrreiche Ausstellung einer Herrschaftsgärtnerei aus der Eifel, 270 müber dem Meeresspiegel, sei hier aber doch hingewiesen. Ihre hauptsächlichsten beiden Massenträgerund Geldbringer in den Sorten Lord Großvenor und Lord Suffield hatte sie nicht nur in großenMengen aufgebaut, sondern diese Sorten gleichzeitig auch in Kisten-Originalverpackung von 25 und50 Pfund Inhalt ausgestellt, und schließlich eine Anzahl 3 — 4 m langer, dicht mit Früchten besetzterZweige gebracht. Es wurde durch diese hervorragende Leistung der hohe wirtschaftliche Wertsolcher Frühträger jedem deutlich vor Augen geführt. Die sonst in dieser Konkurrenz ausgestelltenHauptsorten waren von Äpfeln: Durchscheinender von Croncels, Weißer Klarapfel, Charlamowsky,und von Birnen: Williams Christ, Clapps Liebling, Gute Luise von Avranches, Amanlis Butter undDoppelte Philippsbirne.
Die Franzosen hatten freilich noch eine ganze Anzahl weiterer Sorten ausgestellt, welchenicht zu den Frühsorten gerechnet werden dürften, auch nicht einmal in dem sonnigen Frankreich.Nur der ungewöhnlichen großen anhaltenden Hitze des 1904er Sommers verdankten sie ihre aus-nahmsweise Frühreife.
Deutsche Birnen aus klimatisch begünstigten Gegenden übertrafen durch ihre Schönheit diefranzösischen Birnen. Die Sorte „Clapps Liebling" z. B., im Rheingau gezogen, standen hoch überjeder Konkurrenz. Auch die vorzüglich durchgeführte Aufstellung der deutschen Schau- und Tafel-früchte war ein erfreuliches Zeichen für die erziehliche Arbeit, welche die vorangegangenen Düssel-dorfer Ausstellungen leisteten.
Französische Pflaumen und ihre vollendete Verpackung riefen allgemeine Bewunderung hervor.Der unberührte duftige Schmelz der frisch geernteten Früchte lag trotz einer langen Reise undderen Unbilden auf ihnen.
Die verschiedenen Verpackungsarten zeigten sonst bei allen Ausstellern einen erheblichenFortschritt. Die Ausstellung lehrte auch, daß es nicht so sehr darauf ankommen wird, etwa neueVerpackungsarten auszugrübeln, als das Streben darauf zu richten sein wird, altbewährte, in denverschiedenen Versand- und Handelszentren erprobte und eingeführte Verpackungen anzunehmen, zuverbreiten und allenfalls auch in manchen Einzelheiten zu verbessern. Die Franzosen mit ihremangeborenen auserlesenen Geschmack und mit dem Bewußtsein ihrer bis dahin unbestrittenen Führer-rolle auf diesem Gebiet, hatten ihre Verpackung und die Aufstellung ihrer Früchte auch diesmalwieder mit neuen Reizen ausgestattet. Aber auch viele deutsche Aussteller boten Hervorragendesmit ihren Leistungen und hinterließen bei den Besuchern mit dem Gefühl der Befriedigung auch dasder freudigen Erwartung für die folgenden September- und Oktober-Ausstellungen.
VII. Internationale Gemüseausstellung vom 22. bis 30. September.
Auch diese Ausstellung war von in- und ausländischen Züchtern gut beschickt. Die Gewährungfreier Platzmiete und die Übernahme der Frachtkosten seitens der Ausstellungsleitung ermöglichtenauch den weit entfernt wohnenden und den ausländischen Gemüsezüchtern die Beschickung derAusstellung. Das Programm dieser dritten Gemüseausstellung hatte eine große Anzahl von Sortimentenvorgesehen und dementsprechend zeigten sich solche in großen Mengen; sie füllten die große Halle Fvollständig. Der ungewöhnlich trockene und heiße Sommer hatte alle Freilandkulturen, vor-nehmlich alle Gemüsekulturen, sehr ungünstig beeinflußt. Reichliche Feuchtigkeit ist es, auf welchedie gute Entwicklung und die Vollkommenheit des Gemüses beruht. Um so anerkennenswerterwaren die bewunderungswerten Leistungen der deutschen und der ausländischen Gemüsezüchter,dank deren es gelungen war, diese vorzügliche Ausstellung zustande zu bringen.
„Übersicht des Gemüsebaues im Betriebe des Ausstellers" und „Gemüsespezialitäten, deren Anbauund Handel von besonderer Wichtigkeit ist". Nr. 57 und 59 des Ausstellungsprogramms waren ambesten und am leistungsfähigsten von Holland, Bamberg und Ungarn beschickt. Von besonderemInteresse war unter anderem die eigenartige Verpackung des Meerrettichs in Originalfässern von je1000 Stangen aus der Bayersdorfer Gegend. Auf einer Fläche von 540 ha werden dort jährlich50 000 Zentner Meerrettig im Werte von einer halben Million Mark gezüchtet.
Die Bamberger Gemüsezüchter, welche geschichtlich nachweisbar schon seit 600 Jahrenauf einer Fläche von 1000 ha ihren weltberühmten Gemüsebau betreiben und jährlich ca. 250 000Zentner Gemüse verfrachten, waren ebensowohl mit großen Sortimenten als auch mit vielen ihrer