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AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN
Internationale Oktober-Ausstellung. Landwirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg (Berlin)
III. Internationale Ausstellung von Treibobst, Frühkirschen und Erdbeeren
vom 18. bis 21. Juni.
Für diese Ausstellung war programmäßig die Zeit vom 9. bis 12. Juli festgesetzt. Angesichtsder großen Hitze und Dürre des Frühsommers 1904 und der dadurch herbeigeführten Frühreife derErdbeeren und Kirschen ergab sich die Notwendigkeit für die Veranstaltung einer besonderen Juni-Ausstellung. Die wachsende Ausdehnung der Erdbeeren- und Frühkirschen-Kulturen in Deutschlandund ihre vermehrte wirtschaftliche Bedeutung rechtfertigten diese besondere Berücksichtigung vollauf.Die richtige Zeitbestimmung hierfür zu treffen war deshalb schwierig, weil die Reifezeiten dergrößeren Produktionsgebiete Süddeutschlands und des Rheinlandes ganz verschieden von denen inSachsen, Brandenburg, dem alten Lande und der Vierlande bei Hamburg sind. Die außerordentlichreich beschickte Ausstellung lieferte den Beweis, daß der gewählte Termin — 18. Juni — dergeeignete war. Kein größeres Anbaugebiet Deutschlands fehlte, und auch das Ausland, mit Frank-reich und Holland an der Spitze, war sehr gut vertreten.
Bei der Aufstellung des Programms war die wirtschaftliche Bedeutung der Fruchtarten voran-gestellt worden, und sie trat in der Ausstellung dementsprechend überall in den Vordergrund.Wenigstens für jeden aufmerksamen Beobachter machte sie sich in der Zusammenstellung und inder Sonderart der einzelnen Ausstellungsnummern geltend. Großzüchter und zusammengeschlosseneVereinigungen bestimmter Produktionsgebiete sollten mehr, kleinere Einzel- und Liebhaber-Ausstellerweniger eine Rolle spielen.
Die für den Anbau wichtigsten Kirschen- und Erdbeersorten sollten in ihrer gebräuchlichen lokalenOriginalverpackung und zugleich in größeren Mengen ausgestellt werden. Das waren in Düsseldorfnun nicht nur Programmaufgaben geblieben, sondern diese waren in der denkbar glücklichsten Weiseauch zur Ausführung gelangt. Die hauptsächlichsten Kirschen- und Erdbeer-Anbaugebiete: Gubenund Werder, das alte Land bei Hamburg, die hessische und die badische Bergstraße, der Taunus,der Rheingau und das Rheinische Vorgebirge, Frankreich und Holland, sie alle hatten ganz besondersinteressante Bilder ihrer Kulturen vorgeführt.
Von welcher wirtschaftlichen Bedeutung z. B. die Kirschen für geschlossene Anbaugebiete sind,beweisen die folgenden Zahlen: Werder versendet in der Kirschenzeit täglich 40 bis 50 Eisenbahn-wagen in alle Welt und nach Berlin außerdem allein täglich gegen 12000 Tienen (jene Werderallein eigenartigen hölzernen Gefäße von 8 Liter Inhalt). Freinsheim in der Rheinpfalz macht einen
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