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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN

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Zu Schaupflanzen stutzt man die Stecklinge, nachdem sie 8 bis 10 Blätter gebildet haben, auf4 bis 6 Blätter zurück, das nächste Mal jedoch nur auf 3 bis 4 Blätter und fährt damit fort bisAnfang, bei Sorten mit schneller Entwicklung bis Ende Juni. Das nötige Verpflanzen geschieht wiebei den Hochstämmen. Nach dem letzten Stutzen müssen die Triebe sorgfältig an Stäben aus-einandergebunden werden, damit Licht und Luft in die Pflanze kommt; auch dürfen die Pflanzennie so dicht stehen, daß sie sich gegenseitig berühren, wenn man bis auf den Topf belaubte schönePflanzen haben will.

Recht interessant ist die Kultur der Sommerstecklinge, weil man hierbei sehr große Blumenerzielen und obendrein auch auf beschränktem Räume eine größere Sortenzahl kultivieren kann.Man vermehrt dazu die Sorten mit langsamer Entwicklung im Mai—Juni, die frühblühenden bisEnde Juni, am besten in einem kalten Mistbeetkasten in sandiger Erde. Nachdem die Stecklingegut bewurzelt sind, pflanzt man sie in große Stecklingstöpfe und nach dem Durchwurzeln in etwa14 bis 16 cm weite Töpfe, in welchen die Pflanzen bis zur Blüte bleiben. Man läßt nur den Haupt-trieb stehen und entfernt alle Nebentriebe. Falls sich die Endknospe zu früh bildet oder taub ist,bricht man sie aus und nimmt das nächste starke Auge zur Fortsetzung des Triebes.

Wenn die Pflanzen nach dem letzten Umtopfen gut durchwurzelt sind, kann mit flüssigem Düngertüchtig nachgeholfen werden, doch muß dies möglichst bei trübem Wetter geschehen. Ganz trockeneTöpfe begießt man vorher mit Wasser. Dasselbe gilt auch für Hochstämme und Schaupflanzen.

Eine Hauptsache bei der Kultur der Chrysanthemen ist, daß die Pflanzen nie weder hungrigstehen noch, besonders in jungem Zustand, zu sehr austrocknen. Es tritt dadurch eine Wachstums-stockung ein, die Triebe verhärten zu früh, bilden vorzeitig Knospen und das Laub wird gelb.Der Erfolg ist dann sehr in Frage gestellt.

9. Die Bindekunstausstellungen

von J. Olbertz

Die Blumenbinderei, welche vor wenigen Jahrzehnten noch infolge des im Winter sehr teurenBlumenmaterials nur einen recht beschränkten Umfang aufweisen konnte und sich infolge der Eigen-art der damals zur Verfügung stehenden Blumen in recht gekünstelten Formen bewegen mußte, hatbinnen ganz kurzer Zeit einen wohl nie geahnten Aufschwung genommen und eine derartige Ver-breitung gefunden, daß eine nicht unbedeutende Anzahl von Personen heule direkt oder indirekt inihr den Lebensunterhalt findet. Und man ist genötigt, die heutige Blumenschmuckkunst als einKunsthandwerk zu betrachten, das sich teilweise entschieden schon bis zur Kunst selbst entwickelthat. Es sind verschiedene Umstände zusammengekommen, die einesteils diesen riesigen Umschwungermöglichten und ihn anderseits direkt bedingten.

Wollen wir einen Beweis für den Unterschied zwischen früher und heute, so brauchen wir unsnur eine um wenige Jahrzehnte zurückliegende Gartenbau-Ausstellung vor Augen zu führen unddiese mit der jüngst verflossenen in Vergleich zu stellen. Welch unwesentliche Rolle kam ehedemder Blumenbinderei auf den Ausstellungen zu, und von welch großer Bedeutung ist selbige heute.Auf den größeren Gartenbau-Ausstellungen der Gegenwart üben die Blumenarbeiten die weitausgrößte Anziehung auf die Besucher aus. Und daß in dieser Beziehung Düsseldorf anderen Städtennicht nachgestanden hat, das mag aus der Tatsache erhellen, daß die Ausstellung am 18. September,dem zweiten Tage der Internationalen Bindekunstausstellung, mit 47300 Personen die höchsteBesuchsziffer während der ganzen Dauer der Ausstellung erreichte.

Wenn wir so erkennen, daß der Blumenschmuckkunst solch hohe Bedeutung zukommt, so istes nur zu verständlich, daß diesem Zweige des Gartenbaues von vornherein ein nicht unbeträcht-licher Umfang im allgemeinen Programm der Düsseldorfer Ausstellung eingeräumt wurde. Es habensolche Ausstellungen insgesamt sieben an der Zahl stattgefunden, die in nachfolgendem kurzgeschildert sein mögen.

Die Frühjahrs-Bindekunstausstellung währte vom 12. bis 15. Mai. Sie war bestimmt,die Fähigkeiten der Blumengeschäfte von Rheinland und aus Westfalen vorzuführen. Die Absicht,eine spezifisch Düsseldorfer Bindekunstausstellung zu schaffen, die während der ganzen Dauer derAusstellung ausschließlich Arbeiten von Düsseldorfer Blumengeschäften bringen sollte, mußte auf-gegeben werden, da die Düsseldorfer Blumengeschäfte die hierfür erforderlichen, allerdings nichtganz geringen Opfer scheuten. An der Frühjahrs-Bindekunstausstellung beteiligten sich 32 Aus-steller mit rund 400 Arbeiten. Es waren außer Düsseldorf namentlich folgende Städte vertreten:Aachen, Altenessen, Barmen, Bielefeld, Cöln, Crefeld, Dortmund, Düren, Duisburg, Elberfeld, Essen

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