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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN

zu ziehen. Es wurde daher von dem Ausschreiben engbegrenzter Wettbewerbe Abstand genommenund jedem Interessenten freigestellt, gutkultivierte Pflanzen in beliebiger Stückzahl und Sortenwahlzu bringen.

Anmeldungen liefen nur sehr spärlich ein, und wenn die Ausstellung trotzdem eine so glänzendewurde und am 20. Oktober mit einer für diese Zeit einzig dastehenden Blütenpracht eröffnet werdenkonnte, so ist ein guter Teil dem Opfermut des Vereins Hamburger Chrysanthemum-Freundezu verdanken, deren vier Doppelwaggon umfassende Einsendung die ganze Halle füllte, wie die teil-weise beistehende Abbildung wiedergibt.

Die auf der Abbildung in der Mitte und links im Vordergrund stehenden Pflanzen sind Kronen-bäumchen von Chrysanthemum „Ada Owen", einer einfach rosalila blühenden Hamburger Lokal-sorte. Für die meisten Besucher der Ausstellung war dies etwas ganz Neues und rief allseitig größteBewunderung hervor. Aussteller dieser Sorte waren Kirsten (Obergärtner Seebeck) und Reincke(Obergärtner Schiller), Klein-Flottbek bei Hamburg sowie Budge (Obergärtner Sander), Hamburg-Harvestehude. Im Vordergrund rechts ist eine Gruppe von Chrysanthemum-Hochstämmen mit einemAbschluß von eintriebig gezogenen Pflanzen, sogenannten Sommerstecklingen, von Frau A. Hell(Obergärtner Pauly), Hamburg-Havestehude.

Die Abbildung läßt noch die Masse riesiger Blumen an den einzelnen Hochstämmen erkennen.Besonders sind die Sorten Mermaid und Mrs. Coombes hervorzuheben. Daran schloß sich die großeGruppe von Carl G. A. Schumacher-Hamburg-Eilbeck (Obergärtner Mischke) — auf der Abbildungleider nicht sichtbar —. Dieselbe enthielt etwa 50 Hochstämme und ebensoviel Schau- und Busch-pflanzen, darunter prächtige Exemplare von M. Edmund Roger, Miß Jessie Cottee, Surprise, Mrs. F.Greenfield, Mrs. C. H. Payne, Etienne Bonnefond u. a. m.

Die in der Mitte des Bildes sichtbare Gruppe desselben Ausstellers enthielt 200 Sommerstecklingein etwa 100 Sorten in voller Belaubung mit außerordentlich großen Blumen. Bei dieser Anzuchts-form ist die Blütezeit am leichtesten zu einem beliebigen Zeitpunkt einzurichten und herrschte hierder größte Farben- und Formenreichtum auch von ursprünglich spätblühenden Sorten. Dahinter freiim Rasen standen drei Einzelschaupflanzen desselben Ausstellers und eine kleine Gruppe einerniedrigen, sehr hübschen frühblühenden purpurroten Sorte von Schnell-Hamburg-Borstel, welcherdie Anbringung des Namens leider unterlassen hatte.

Im Hintergrunde und links — auf der Abbildung nicht sichtbar — hatten Budge und Reinckewirkungsvolle Gruppen von Hochstämmen, Schaupflanzen und Sommerstecklingen, Kirsten sehrgedrungene niedrige ein- und mehrtriebige Pflanzen aufgestellt.

Das Gesamtbild machte, mit dem Schwarzwald-Idyll, dem Hintergrund der prachtvollen Palmenvon Jacob Beterams Söhne-Geldern am Niederrhein und den sauberen Raseneinfassungen einenimposanten Eindruck.

Im südlichen Teil der großen Blumenhalle hatten die Chrysanthemumzüchter von Düsseldorf undUmgegend, sowie die wenigen Aussteller aus anderen deutschen Städten und als einzige AusländerL. J. Draps-Dom-Laeken-Brüssel und A. Cordonnier et fils-Bailleul-Nord, Frankreich, ihr Bestesaufgestellt. Cordonnier brachte nur abgeschnittene Blumen, aber von enormer Größe, wie bisher inDeutschland noch nie gezeigt. Die Blumen standen in Gläsern, die im Erdreich etwas eingelassenwaren. Dadurch sah der Beschauer jede Blume von oben, die dadurch noch größer erschien.

Gleichfalls vorzügliche große Blumen hatte Draps-Dom-Laeken, nur in noch größerer Anzahlausgestellt. Mme. Waldeck -Rousseau, Rev. Presid. Viger, Charles Longley, Electra, Mme. Draps-Dom und viele andere waren von wunderbarer Farbenpracht und riesiger Größe.

Die Anzucht der Chrysanthemum erfolgt am vorteilhaftesten in der Form als Kronenbäumchen,Schau- und Buschpflanze und Sommersteckling.

Zu Kronenbäumchen nimmt man von Sorten, die möglichst einen gedrungenen Wuchs haben,im Januar, Februar kräftige Stecklinge und läßt diese nach der Bewurzelung weiterwachsen, bissich oben die erste Knospe zeigt. Diese wird entfernt, worauf sich aus den Blattachseln zahl-reiche Triebe bilden. Von diesen läßt man eine beliebige Anzahl der oberen stehen, die übrigenentfernt man. Die stehengebliebenen Triebe werden, nachdem sie 5 bis 6 Blätter gebildet haben,auf 3 bis 4 Blätter zurückgestutzt, doch muß dies letzte Stutzen möglichst bis Mitte Juni geschehen.Sorten mit schneller Entwicklung, wie W. H. Lincoln, Pres. Nonin, Louis Leveque usw., kann mannoch einmal mehr stutzen und erzielt dann Kronen mit 30 bis 50 Trieben. Nach dem letzten Stutzenmüssen die Triebe bei fortschreitendem Wachstum sorgfältig an in die Krone befestigte Drahtringe,Drähte usw. gebunden werden. Selbstverständlich müssen die Pflanzen, sobald sie durchgewurzeltsind, in entsprechend größere Töpfe verpflanzt werden, nur muß man sehen, daß zwischen demVerpflanzen und Stutzen immer ein Zeitraum von 8 bis 14 Tagen liegt.