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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN

Linker Teil der Gladiolen- und Dahliengruppe von Otto Mann in Leipzig-Eutritzsch

Einführung der Dahlie Juarezi(zu Ehren des Präsidenten vonMexiko Juarez so benannt) ausMexiko 1872 und tauchte dazuerst die Bezeichnung Kaktus-dahlie auf, weil die rotenStrahlenblumen auffallend andie Blumen eines Kaktus (Cereusspeciosus) erinnerten. KeinMensch hätte jedoch damals zuahnen gewagt, daß aus dieserDahliajuarezi die vielen Formenund Farben entstehen würden,von denen wir heute so aus-gezeichnete Sortimente aufunserer Ausstellung vorfinden.Der Name Kaktusdahlie hatschnell dem passenderen undlieblicheren Edeldahlie Platzgemacht und jeder Blumen-freund liebt sie. —

Nun aber zurück zu unsererDahlienausstellung in demHörder Pavillon, der in diesenTagen namentlich von deroberen Galerie aus ein ganzanderes, sagen wir freundlicheres und frischeres Gesicht zeigte, als einige Tage vorher bei denOrchideen. Die verschiedenen, vorher große Kostbarkeiten und Seltenheiten aus den Tropenländernbergenden Glaskästen waren verschwunden. Wie die Heinzelmännchen hatten die Dahlienkämpenmit Hilfe der für solche Feste glänzend bewährten Ausstellungskräfte den Pavillon in eine herrlicheBlumengalerie umgewandelt. Vielen Besuchern mochten diese edelgeformten und in der Farben-tönung schier unerschöpflichen Blumen lieber sein als die Orchideen, kann man sie doch ohneGlashaus und ohne großen Kostenaufwand in jedem sonnigen Hausgärtchen ziehen.

Unter den ausstellenden Firmen fanden wir alte Bekannte, die schon im Frühjahr oder währendder Sommermonate einen Teil ihrer Pflanzen- und Blumenschätze gezeigt hatten. Es sei hier ein-geschaltet, daß die Mitglieder der Deutschen Dahlien-Gesellschaft stets außer Wettbewerb ausstellen,gern auf jeden Preis verzichten und nur das Ziel im Auge haben, die Sache der Gesellschaft zufördern und den Dahlien immer neue Verehrer zuzuführen.

Da sich bei den ausgestellten Dahlienblumen eine große Anzahl von Sorten in fast allen Sorti-menten wiederfand, müssen wir es uns an dieser Stelle versagen, alle Einsendungen bis in daskleinste Detail zu beschreiben und ist nachfolgend bei jeder Firma nur das besonders ins Augefallende aufgeführt. Eine Ausstellung von Dahlien allein würde auf den Beschauer sehr bald einenermüdenden Eindruck machen und hatten einzelne Aussteller deshalb ihre Dahlien in einer Um-rahmung von Stauden und anderen Florblumen zur Schau gebracht und dadurch für eine angenehmeAbwechslung gesorgt.

Von einem Ausstellungstisch zum andern wandelnd, kommen wir gleich am Eingang zu GeorgArends-Ronsdorf bei Barmen, der mit einem ausgewählten Sortiment abgeschnittener Blüten-stauden den ganzen linken Halbbogen im Pavillon einnahm. Viele Phloxarten wechselten mitblauen Edeldisteln und hohen gelben Helianthus, und eine Menge von hohen roten, blauen undweißen Herbstastern, blaue Delphinium Belladonna, rote und gelbe Rudbeckia sowie zierliche farbigesibirische Mohnblumen belebten das Ganze. Von Edeldahlien wurden nur die bekannten gutenälteren wie Alfred Vasey, Britannia, Brunhilde, Countess of Lonsdale, Night, Ruby usw. in großerMenge zur Schau gebracht.

In ähnlicher Weise hielten Goos & Koenemann, Hoflieferanten, Nieder-Walluf im Rheingau,den gegenüberliegenden rechten Bogen besetzt, die ein gleich großes und ebenso schönes Sortimentbester Schnittstauden und Dekorationsgräser vorführten. Die Firma brachte schon während desSommers in den Schnittblumenausstellungen viele Staudenblumen zur Schau und wollte hier nunzeigen, daß auch der Herbst noch eine große Auswahl dieses ausgezeichneten Gartenschmuck- undSchnittmaterials bietet. Von Dahlien zeigten Goos & Koenemann vorzugsweise eigene Züchtungen