AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN
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7. Die Dahlienausstellung
von Curt Engelhardt
Rechter Teil der Gladiolen- und Dahliengruppe von Otto Mann in Leipzig-Eutritzsch
Mit hochgespannten Erwar-tungen sah man der Sonder-ausstellung der DeutschenDahlien-Gesellschaft imHörder Pavillon entgegen, dieursprünglich auf die Zeit vom
7. bis 11. September festgesetztworden war, wegen Verlänge-rung der letzten großen Orchi-deenausstellung aber erst am
8. September eröffnet wurdeund bis zum 12. Septemberdauerte.
Es mag gleich voraus-geschickt werden, daß die ge-hegten Erwartungen nicht nurerreicht, sondern weit über-treffen wurden, und der HörderPavillon bot mit seinen tausen-den von abgeschnittenen Dah-lienblumen im Rahmen andererschöner Herbstblumen ein herz-erquickendes Bild, eine Aus-stellung, die sich den früherin dieser Halle stattgefundenenwürdig zur Seite stellen konnte.
Was eigentlich unter dieser Dahlienausstellung zu verstehen war, sahen viele Besucher erst, alssie die riesenhafte Menge von Blumen in einer mustergiltigen Weise dort aufgestellt fanden — eswaren die sonst mehr unter dem volkstümlichen Namen Georginen bekannten Kinder Floras, dieder Herbst in verschwenderischer Farbenpracht hier aus allen Gauen des Deutschen Reiches zu-sammengeführt hatte.
Um diesen scheinbaren Namenwechsel zu verstehen, müssen wir ein wenig auf die Geschichteder Dahlien oder Georginen zurückblicken.
Es war im Jahre 1784, als Vincent Cervantes, Professor und Direktor des botanischen Gartens zuMexiko, diese Pflanzenart entdeckte und an den Direktor des botanischen Gartens zu Madrid, Cavanilles,verschenkte, bei dem sie 1791 ihre ersten Blüten entfaltete. Herr Cavanilles nannte diese EinführungDahlie, zu Ehren des schwedischen Botanikers Andreas Dahl. Unter Mißachtung der diesem Namengebührenden Priorität gab ihr später der preußische Botaniker Willdenow den Namen Georgine, umseinen Freund, den damaligen Professor der Botanik an der Universität zu St. Petersburg, Georgi,zu verewigen und hat sie sich, wenn auch mit Unrecht, unter diesem Namen in den Gärten Deutsch-lands eingebürgert.
Von Spanien aus verbreitete sich die schöne Mexikanerin nach England, dann 1802 nach Frank-reich und 1804 kam sie durch Alexander von Humboldt nach Deutschland, der Samen von rotenund orangefarbenen Spielarten mitbrachte und dem die dann folgende Verbreitung und die Erzielungneuer Farbentöne vorzugsweise zu verdanken ist. Die ersten Dahlienblumen waren einfach, und erstim Jahre 1808, als der Garteninspektor Hartweg in Karlsruhe die erste gefüllte Dahlie gezüchtet hatte,begann ihre richtige Glanzperiode. Bis in die dreißiger Jahre waren die Engländer Meister in derDahlienzucht und deutsche Gärtner bezogen viele ihrer Neuheiten von England. Dann aber machtenmehrere deutsche Züchter den Engländern den Ruf streitig und war es ganz besonders das kleineThüringer Städtchen Köstritz, wo die Dahlie bei den bald weltbekannten Züchtern Christian Deegen,Max Deegen und Johann Sieckmann eine Heimstätte fand. Bis in die neueste Zeit ist auch Köstritzein Hauptort für Dahlienzucht und Kultur geblieben.
Hatte man erst nur in der Aster-, Rosen-, Muschel-, Perlform oder wie die verschiedenen Formenauch alle heißen mochten, den Gipfel alles Schönen gesehen, so stieg noch das Erstaunen mit der