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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN

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Es folgten großblumige Sommerlevkojen. Damit man sich wenigstens in etwa eine Vorstellungmachen kann von dem prächtigen Farbenspiel, das diese duftige Blumenart dem entzückten Augebot, sei bemerkt, daß A. Keilholz, Quedlinburg, bei seinen Blumenarten nicht weniger als 27 ver-schiedene Farbentöne unterschieden und durch Schildchen gekennzeichnet hatte. Kostbare Blumenderselben Art hatten auch Fr. Roemer und vor allem H. Mette, beide aus Quedlinburg, aus derschönen Harzgegend gesandt. Viele Sommerblumensorten gesellten sich den genannten zu; wohlkaum zu übertreffen aber waren, sowohl was Form und Farbentöne anlangt, die RitterspornblumenW. van Veens aus Leyden, unter denen die hellblaue Königin Wilhelmine und die dunkelblaueBrillant als Neuheiten hervorstrahlten.

Immer weiter rückte der Sommer vor, immer reicher und mannigfaltiger gestalteten sich dieSchnittblumenschaustellungen. W. Beisenbusch, Dorsten, entsendet die sagenumwobene Sieg-wurz (Gladiolus), die in früheren Zeiten auch Sieglauch, Allermanns Harnisch, Glücksmännleinund Hilfwurz genannt wurde. Begonien und Petunien besonderer Art erregen die Bewunderungder Blumenfreunde, wie auch zierliche Schizanthus, die man in England ihrer Formen halber mitRecht die Orchidee des armen Mannes nennt. Gegen den 20. Juni stellen sich die erstenChrysanthemenarten ein, darunter bedeutsame Neuzüchtungen von O. Meyer, Tecklenburg; farben-reiche Platterbsen, Löwenmaul, Godetien, Frühastern, zierliche Agrostis nebulosa, Frühgeorginenund amethystblaue Stranddisteln ergänzen das reiche Gesamtbild. So bleibt den ganzen August undSeptember hindurch Halle C eine prächtige Sammelstätte alles dessen, was die liebliche und gütigeFlora dem Fleiße und der Kunstfertigkeit ihrer Jünger in reichster Fülle spendet: die bedeutendstenFirmen sind in regstem Eifer bestrebt, immer Schöneres, immer Neues zu bieten, undwo solcheKräfte sinnvoll walten, da muß sich ein Gebild gestalten". Die Gladiolen von W. Pfitzer, Stutt-gart, und V. Lemoyne & Fils, Nancy, gehen, was Farben und Farbentönungen angeht, geradezuins Unendliche; es erscheinen neue holländische Riesendahlien der Firma H. Copyn und Zoon,Groeneken-Utrecht, eine Neuheit mit sehr großen, Päonien ähnlichen Blumen von zierlicher Formund wunderbarem Effekt. Staunend steht der Besucher vor den edlen, buntfarbigen Gehölzzweigen,die entweder selbst eine schöne bunte Färbung an sich tragen oder mit farbigen Beeren und Früchtengeschmückt sind.

Vom 8. bis 12. September war wieder einmal der sogenannte Hörder Pavillon das Ziel, wohinder Strom der Besucher sich zog. Eine große Dahlienausstellung war dort veranstaltet von derDeutschen Dahliengesellschaft. Die schöne Mexikanerin begann erst im Jahre 1784 ihrenSiegeszug durch Europa und weiß sich nunmehr in alle denkbaren Farben und fast unerschöpf-liche Farbenmischungen zu kleiden; nur die blaue Farbe hat sie bisher abgelehnt, obgleich auf sieein Preis von 1000 Pfund Sterling ausgesetzt worden ist. Ebenso mannigfaltig ist sie in der Form.Während man noch vor einigen Jahrzehnten die kugelblütigen bevorzugte, wird neuerdings diesogenannte Kaktusdahlie eifrig gezogen, und die älteren Formen muten uns unter ihren jüngerenSchwestern fast wie Seltenheiten an. Großartig waren die einzelnen Leistungen unserer berühmtenDahlienzüchter. Es sei nur hingewiesen auf die glänzenden Erfolge der Firmen J. Lambert &Söhne, Trier, Goos & Koenemann, Nieder-Walluf, Kohlmannslehner, Britz-Berlin, und ihnenstellten sich viele, viele andere würdig zur Seite. Aber eines muß doch gesagt werden: schön undsogar prachtvoll sind gewiß diese Erzeugnisse edelster Gartenkunst, aber der prahlerische Schmuckreizt bloß das Auge; es fehlt die eigentliche Seele der Blume, das Angenehme, Gewinnende,Anziehende des Duftes. Immer mehr naht der unerbittliche Feind alles Blumen- und Pflanzen-lebens; rauhe Herbstwinde wehen durch die Lande: da war es denn, als wenn die sorgsame Blumen-mutter ihre schönsten und liebsten Kinder aus der kalten und unwirtlichen Luft fortgeführt hättein einen traulichen, wärmeren Raum, damit sie noch eine Zeitlang in reichster Vereinigung denMenschenkindern und besonders ihren menschlichen Schwesterlein Freude und Entzücken bereiteten.Es war die zweite Schnittrosenausstellung aufgetan worden. Alles, was aus dem Rosenreiche nurgeboten werden konnte, war vorhanden: zarte Knöspchen in saftgrünem Laube, voll entfaltete, stolzeBlumen und leuchtende, rote Rosenfrüchte; zierliche, niedliche, liebliche Röschen, wie Miniature undRosa Eccea, wunderbare Mittelformen, wie Belle Siebrecht, und große, prunkende Blumen, wieSouvenir de la Malmaison; alle Farbentöne von der wundervoll reinen, schneeweißen Frau KarlDruschki bis zu der schwärzlich-roten Pierre Nothing. In den zarten Duftwellen, die den ganzenRaum durchzogen, schienen sie ihr innerstes Seelenleben auszuströmen, sie, die stummen und aufsolche Weise doch so beredten Lieblinge der Natur. Wie die ganze Schaustellung unter Leitungdes Großrosenzüchters Peter Lambert, Trier, stand, so hatte dieser auch den Löwenanteil an denLeistungen, und zwar zunächst äußerlich durch die Menge der vorgeführten Blumen, aber auchinnerlich, und zwar dadurch, daß er weitaus die zahlreichsten und kostbarsten Sorten in schönsterAusbildung und trefflichster Anordnung vorführte. Das ganze Bild war auch deshalb überaus ent-