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AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN
Rosen auf der Ostseite lieblichen Duft aushauchende Park- und Waldrosen von P. Lambert, Trier,in reichster Fülle. Würdig standen diesen Wildlingen gegenüber die herrlichen Rosensorten KaiserinAuguste Viktoria und Karoline Testout von Fr. Jakob aus Neubrandenburg. Eine Musterleistungbildeten die gefüllten schottischen Herbstlevkojen in allen Farben von Ernst Benary aus Erfurt,der außerdem durch sehr schöne Mohnarten, Pyrethren, Lichtnelken u. a. erfreute. — Viel Bewunde-rung erregten bald nachher mehr als 2 Meter hohe Blütenschafte von Eremurus robustus (Lilien-schweif), die Otto Mann, Leipzig, geliefert hatte. — Eine Zeitlang blieben nun in den Schnittblumen-ausstellungen Blumen und Pflanzen wie auch die Aussteller im allgemeinen dieselben. Aber auchNeues gesellte sich zu. So führte die Firma Goos & Koenemann nicht weniger als 45 ver-schiedene auserwählte Sorten von Päonien oder Pfingstrosen vor, in allen Farben und Formen, aucheine eigenartige, lichtfleischfarbene Neuheit, die aber noch nicht getauft und benamset war. Währendder herrlichen Kakteenausstellung wurden die Schnittblumen ergänzt durch schöne, mannigfache
Rosen-Schnittblumenausstellung, September
Irisarten der Firma St. van Waveren und Kruyff aus Sassenheim-Haarlem, neue japanische, ein-fach blühende Päonien von Otto Mann, Leipzig, und endlich duftige Park- und Waldrosen desVereins deutscher Rosenfreunde in Sangerhausen.
So kam die Zeit des höchsten Sonnenstandes. „O schöne Zeit der Sonnenwende, der Tag ist langund kurz die Nacht; wohin dein Auge sich auch wende, nur Fülle sieht's und Blumenpracht." Alseine Glanzleistung mußte um diese Zeit die Schaustellung von J. W. Beisenbusch aus Dorsteni. Westf. bezeichnet werden. Schönere Iris als die damals vorgeführten werden selten zu findensein, und auch die Ixien oder südafrikanischen Kornlilien, die reiche Kollektion Ranunkeln und dieseltsamen kalifornischen Tulpen verdienten und fanden alle Anerkennung. — Da tat sich in Halle Cdie mit Sehnsucht erwartete Rosenschnittblumen-Schaustellung auf. Wer zählt die Rosen, nennt dieNamen? Es darf wohl ohne Übertreibung gesagt werden, daß alle irgendwie bemerkenswertenRosenarten in vortrefflichen Exemplaren vertreten waren, und daß sowohl der kundige Fachmannwie auch der verwöhnteste Liebhaber volles Genüge finden mußte. Es wird nicht nötig sein, dieweltbekannten Rosenzüchter und ihre Leistungen einzeln hier aufzuzählen. Um den ästhetischenWert der edlen Königin aller Blumen kurz zu kennzeichnen, fügen wir ein Wort von Quandts bei,das folgendermaßen lautet: „Über den Reiz der Rose wie über ihre Schönheit sind von Dichternund Philosophen viele hochklingende Worte gemacht worden. Vergebens! Die Schönheit bleibt füruns das göttliche Geheimnis der Welt und ist, wie alles Göttliche, unergründlich und unerklärlich."