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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN

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Nelke (Nägelein), da sie in ihrem Geruch ihm Ähnlichkeit mit dem Gewürznägelein Indiens zuhaben schien. Die Kreuzfahrer Ludwigs brachten die Nelken mit nach Europa, und bald erfreutensie sich in Frankreich allgemeiner Beliebtheit. In späterer Zeit war die Nelke besonders dieLieblingsblume des großen Conde und seiner Anhänger, und der Herzog von Burgund, EnkelLudwigs XV., beschäftigte sich in seinen Jünglingsjahren fast ausschließlich damit, Nelken zu ziehen,und bis auf den heutigen Tag ist die Nelke in Frankreich Mode- und Lieblingsblume der höherenGesellschaftskreise geblieben. Über ihren Schönheitswert gehen die Ansichten sehr auseinander.Goethe pries sie mit den Worten:

Im schönen Kreis der Blätter DrangUnd Wohlgeruch das Leben lang,Und alle tausend Farben."

Ein feiner Pflanzenästhetiker dagegen urteilt folgendermaßen:Die Annäherung der vollen Nelkean das Ideal der Blumenform (in der Rose) ist doch eigentlich, in der Nähe besehen, das Sich-vordrängen der Prätension. Denn wie selten wird auch nur die reine Kreislinie erreicht, und wieerhält dagegen die Blume durch das Platzen des Kelches, der eine ihm nicht zukommende Füllenicht zu fassen vermag, ein ganz zerzaustes, liederliches Aussehen. Und wenn das auch nicht ein-tritt, so ist die übermäßige Zierlichkeit, das Ausgezackte jedes Blumenblattes, welche das Ganzeeiner gesteiften Hemdkrause ähnlich machen, geradezu widerlich, und man muß durch Farbe undDuft erst dazu gebracht werden, die Gestalt zu vergessen. Nein die Nelke vermag sich so wenigmit der Rose, wie eine porzellanene Schäferin mit der naturwahren Bildung einer Jungfrau zu ver-gleichen." Aber ihre Mannigfaltigkeit! Nahezu an 400 Sorten hatten sich ein Stelldichein gegeben,und eine tadellose Anordnung all des Schönen fand sich besonders bei B. Carriat aus Antibet.Den Nelken gesellten sich zu, gleichsam mit ihnen und wieder untereinander wetteifernd, die ver-schiedensten Blumenarten, von denen hier nur einige genannt werden mögen. Man konnte bewundern:Kallas, Päonien, seltsame Strelitzen, Ixien, Margeriten, Cyanen, Levkojen, Centaureen, Schneeballen,Rosen. Auf die letzteren werden wir später noch zurückkommen müssen. Französischer Blumen-markt? Ganz traf die Bezeichnung nun doch nicht zu. Offermann aus Köln und der KrefelderWieners stellten sich den fremdländischen Züchtern nicht unwürdig zur Seite, sowohl mit Nelkenals sonstigen schönen Blumenarten. Besondere Erwähnung verdienen dann auch noch die Holländer.Was Carriat in Nelken, das hatte Baivers aus Hillegom in getriebenen Tulpen erreicht, so daßman ihm mit Recht den NamenTulpenkönig" beilegte. Außer den Tulpen konnte man bei denHolländern bewundern: Anemonen, Tazetten, Hyazinthen, Narzissen und sonstige Frühlingsblumenmancher Art. Ergebnis? Die erste Schnittblumenschaustellung war in jeder Art gelungen.

Freilandtulpen bildeten den Mittelpunkt der zweiten größeren Sammlung von Schnittblumen(21. bis 24. Mai). Kulturhistorisch anziehend und bedeutungsvoll waren die altholländischen Freiland-tulpen, die J. W. Beisenbusch aus Dorsten in Halle D vorführte. Es waren der Art nach die-selben Blumen, die im 17. Jahrhundert in Holland das sogenannte Tulpenfieber hervorriefen, die unsaber auch noch heute in höchstem Maße entzücken können. Da lachten dem Beschauer in denherrlichsten Farben und in den prächtigsten Formen entgegen die gelb-rote Gala Beauty, La Merveillein Anthurienfarben mit violettem Schimmer, La Panachee, rot-weiß gestreift, ferner die englischeZüchtung The Fawn, rosa-lachsfarbig u. a. J. H. Baivers hatte diesmal außer gefüllten Narzissenund Szillen eine reiche Sammlung spätblühender Freilandtulpen in großer Farbenmannigfaltigkeitgeliefert; in Form und Farben hervorragende Tulpen waren auch Poppe und Bergmann, Quedlin-burg, zu verdanken; große, phantastische Papageitulpen und eine damit verbundene Kollektionanderer schönen Frühlingsblumen zogen ebenfalls die Aufmerksamkeit in hohem Grade auf sich.Ein ganz anderes Bild bot die folgende Wochenausstellung.Tauchen will ich euch in Strahlen,mit der Iris schönstem Licht will ich eure Blüten malen gleich Aurorens Angesicht." Dieses Dichter-wort ließ sich trefflich auf das nunmehr Gebotene anwenden. Man mußte sich herzlichst freuen überprächtige Irisarten, Pyrethren, Pechnelken, Antherikum, Mohn u.a. aus der Schaustellung von Goos& Koenemann aus Nieder-Walluf. Überaus mannigfaltig waren die von der Firma Haage &Schmidt, Erfurt, vorgeführten Akeleiarten, die in allen Farbentönen die bizarrsten Formen dar-stellten. Weiße, goldgelbe, gestreifte nacktstenglige Mohnsorten, zierliche Heucheren, Iris, Päonien,Königskerzen, Pyrethren, Bergastern, Amaryllis formosissima, Flockenblumen u. a. hatten sich hierein Stelldichein gegeben, an dem man seine Freude haben mußte. Georg Arends aus Ronsdorfhatte ebenfalls eine reiche Kollektion blühender Stauden geliefert, die teilweise die schon genanntenArten wiederholten, teilweise aber auch ganz Neues brachten. Besonders schön waren seine weißen,blauen und rötlichen Centaureen, die leicht gebauten Saxifraga Cotyledon pyramidalis, die bohnen-artige, gelbe Thermopsis und Ranunkeln der verschiedensten Art. Während die Firma Junge ausHameln sich auf demselben Felde wie die schon genannten Aussteller bewegte, fanden wir in den