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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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AUSSTELLUNG IN DEN HALLEN

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Rosen-Schnittblumenausstellung, September

2. Die Schnittblumenausstellungen

von Professor E. Schrammen-Köln

(Nach Berichten, die ich während der Ausstellung für die Kölnische Zeitung geschrieben habe.)

Eine ganz eigenartige Rolle spielten in dem großen, überaus vielseitigen Unternehmen die Aus-stellungen von abgeschnittenen Blumen und Staudengewächsen. Während nämlich manche dervorgeführten Gegenstände die ganze Zeit hindurch dieselben blieben und auch ihren Platz nichtwechselten, wie dies in der Kunstausstellung der Fall war, während andere bloß zeitweilig auf-tauchten, um bald wieder zu verschwinden, wie Obst, Gemüse, Kakteen, Orchideen, Farne, Binde-reien u. a., gingen die Ausstellungen von Schnittblumen von der ersten Stunde bis zur letztenunentwegt vor sich, gestalteten sich aber proteusartig stets anders, so daß man in bezug auf siewohl sagen konnte: bleibend ist hier nur der Wechsel. Dadurch aber boten sie gerade einen ganzeigentümlichen, hohen Reiz: derjenige, der nur das eine oder andere Mal seine Schritte der Aus-stellung zulenkte, fand in dieser Abteilung stets das Zeitentsprechende, und zwar in der schönsten,frischesten Gestalt; aber auch demjenigen, der häufiger, seinem ästhetischen Empfinden folgend, demedlen Genüsse des Kunst- und Naturschönen sich zuwandte, war in der Abteilung Schnittblumenstets Neues geboten, Auge und Herz Erquickendes, so daß gerade die Schnittblumenausstellungendie unerschöpfliche Mannigfaltigkeit der Kinder Floras erkennen ließen. Durchgängig fand von Wochezu Woche Wechsel der Schnittblumen statt; Aufstellung fanden sie meist in der langen, leider nichtimmer günstig beleuchteten Halle C hinter der großen Blumenhalle. Wurde die Fülle des Schönenaber gar zu groß, so nahm man den Pavillon für Sonderausstellungen oder auch wohl den Raumhinter der Industriehalle, Halle D, in Anspruch.

Die Reihe der Schnittblumenausstellungen wurde unter nicht gerade besonders günstigen Vor-zeichen eröffnet durch die sogenannteAusländische Schnittblumenschau" (6. bis 10. Mai), die auchwohl der französische oder der Nizzaer Blumenmarkt genannt wurde. Über diese Sonderausstellung hatman in Fachkreisen vielfach gestritten, und zwar hauptsächlich aus materiell-geschäftlichen Rücksichten,die wir hier füglich außer acht lassen können, da wir unsern Blick hauptsächlich auf die ästhetischeSeite des Unternehmens richten wollen. Das Schöne, sei es nun Erzeugnis der Natur oder derKunst, ist als Gemeingut aller Zeiten und aller Völker zu betrachten, und von diesem Gesichtspunktaus bemessen und gewürdigt, bot die erste Schnittblumenausstellung hohen, idealen Genuß. Vonden sonnigen und wonnigen Gefilden der Riviera und Südfrankreichs, besonders aus Nizza, dembenachbarten Antibet und St. Remo, aber auch aus Frankreichs Hauptstadt waren wundervolleErzeugnisse der edlen Gartenkunst in reichster Fülle geliefert worden, in der schönsten Vollendungwohl die für die französische Staaten- und Sittengeschichte so überaus bedeutungsvolle Nelke.Ludwig IX. oder der Heilige entdeckte im Jahre 1270, als er in den Pflanzenschätzen Afrikas ineigener Person nach einem Mittel gegen die in seinem Heere wütende Pest spähte, auf dürrem Bodeneine an gewürzhaftem Dufte überreiche, zarte Blüte und nannte sie infolge der ersteren Eigenschaft