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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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DIORAMA

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Aussen verzierter Brunnen Kühlung spendete. Unter dem hohen Bogen erschaute man wieder dasblaue Meer und die in fruchtbarer Ebene nach Neapolis sich hinziehende Landschaft.

Der bereits erwähnten pseudowissenschaftlichen Unterseeausstellung, die gegenüber den ernstenund erhebenden Darbietungen der Dioramen durch ihren ergötzlichen Humor eine erfrischende

Unterbrechung bot,sei zu guter Letztin dankbarer Er-innerung gedacht.Räumlich zog siesich in einem halb-kreisförmig ange-ordneten Gangehinter dem Pano-rama von Neapelher, und man ge-langte von denDioramen aus durcheinen Vorplatz, indem Gelegenheitzur Erfrischung ge-boten war, in diesesAquarium. Auf denersten Blick ver-blüfft, durch dieReichhaltigkeit desauf dem Gebiete der

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Heinrich Hermanns

Blick auf den Golf von Neapel

Tiefsee - ForschungGebotenen und an-gezogen von demäußeren Ernste desGesamteindrucksdieserwissenschaft-lichen Darbietung,begaben wir unsan das Studium dergezeigten Wunder,um mit köstlichemBehagen hinter dieSchliche der Künst-ler zu kommen, diemit überwältigen-dem Humor diemerkwürdigstenNaturerzeugnissevorführten. Fritzv.Wille und AdolfLins hatten hierder übermütigsten

Künstlerlaune die Zügel schießen lassen, dabei aber ihren Scherz in einen Rahmen gefaßt, der denkünstlerischen Eindruck und die malerische Wirkung von vornherein sicherstellte. In der Mittedes Raumes befand sich ein von Fritz von Wille gemaltes Nilpanorama, das mit wundervollemEffekt durch die Architektur eines verfallenen Tempels, der sich organisch an die natürlicheFelsenbildung anschmiegte, abgeschlossen wurde, während sich nach der anderen Seite hin der Blicküber die heiligen Wasser des Nils in die endlosen Sandebenen der Gegend von Karnak verlor.

Über Umfang und Inhalt dieser merkwürdigen Veranstaltung mögen die Künstler in dem nach-stehend abgedrucktenFührer" selbst zu Worte kommen.

Führer durch das Aquarium

Das Aquarium ist hergestellt auf der Basis der neuesten Errungenschaften auf dem Gebiete der Tiefseeforschung von den

Herren Malern ADOLF LINS und FRITZ VON WILLE.

Lasciate ogni speranza!"

Dieses Wort des göttlichen Dante, auf deutsch:Lassthier alle Sperenzchen", möchten wir bei Eröffnung desAquariums allen denen zurufen, die da meinen, auf Kostenunserer ernsthaften Forschungen in den unbekannten Tiefendes Weltmeeres seichte Witze machen zu können. Nur derernste Forscher und der von wahrem Wissensdrange Ge-triebene möge hier eintreten und mit uns durch die Tiefendes Meeres schweifen, ihre Wunder geniessen und in ihrerFarbenpracht schwelgen ohne an der gefürchteten See-krankheit und ihren Folgen leiden zu müssen.

Bevor wir in die Tiefe steigen, wollen wir uns in derSektbudeZum verliebten Stockfisch" noch mal stärken unddann: Mit Volldampf hinab!

Wohl nie zuvor ist das Interesse der Menschheit für dieWunder des Weltalls, besonders für das Leben und Webendes Weltmeeres, durch die einschlägige Literatur so gewecktworden. Und welch reiches Gebiet der Wunderwelt ist demmenschlichen Geiste erschlossen!

Unbegreiflich erscheint dem heute Lebenden, wie ein Mannwie Homer, dem doch eine gewisse Intelligenz nicht ab-zusprechen ist, auf den Gedanken kommen konnte, das Meerein unfruchtbares" zu nennen.

Welche begeisterte, lebendige Schilderung des Tiefsee-lebens dagegen hat uns sein werter Berufsgenosse Schiller inseinemTaucher" gegeben, ohne dass ihm die Errungen-schaften z. B. des Fürsten von Monaco zur Verfügung standen.

Mensch! Du ahnst es nicht, was auf diesem Gebiete nochgeleistet werden wird, da sollen sich die Flundern wun-dern.

Unser Bestreben war, in diesem Räume den Besucherneinen kleinen Bruchteil, ein Atom im Verhältnis zu demimmensen Reichtum, der unerschöpflichen Mannigfaltigkeitdes Meeres vorzuführen. Inwieweit uns dies gelungen, zubeurteilen, ist Sache derer, die sich dazu berufen fühlen. Dasswir versucht, einige von der Schöpfung seinerzeit gemachteUnterlassungen in dieser Sammlung nachzuholen, rechnen wiruns als ganz besonderes Verdienst an.

In dunstigem, bläulich grünem Schimmerleuchtetuns in der

ABTEILUNG I

der Meeresboden des

GOLFS VON MEXICOentgegen.

Das Meer der herrlichen Antillen zeigt sich uns in derganzen Fülle seines Reichtums in Pflanzen- und Tierleben.

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