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DIORAMA
grünen Höhenzügen eingerahmt wird. Kröner hatte den grauen, verschwimmenden Ton der eng-lischen Atmosphäre ganz wunderbar getroffen. Sein Bild war trotz aller Reichhaltigkeit von einerso geschlossenen künstlerischen Einheitlichkeit, daß es sich unvergeßlich dem Gedächtnisse einprägenmußte. Wir blickten aus der Veranda des Hauses in den Ziergarten. Durch ein breites Tor, dasvon den borghesischen Fechtern flankiert wurde, war er mit ausgedehnten Wiesenanlagen verbunden.Am Fuße des Hügels lag die Gärtnerwohnung, über welche Kapelle und Schlößchen malerischhervorragten, während sich, weiter seitwärts gelegen, das Herrschaftshaus mit weitem Blick in dieUmgebung breit hinlagerte.
Damit hatten wir die Reihe der Dioramen durchschritten und standen wieder am Ausgangspunkteunserer Wanderung in der Vorhalle des Hauses. Noch waren aber die gebotenen künstlerischenGenüsse nicht zu Ende. Durch das Mittelportal betraten wir den Innenhof und gelangten durch diemit Wandgemälden geschmückte Wandelhalle, an der Statue der Demeter vorbei, in den letzten Raum,der das Panorama: „Ein Blick von dem antiken Pompeji auf den Golf von Neapel"von Heinrich Hermanns enthielt. Die Sonnenuhr zeigte bald die fünfte Stunde des Nachmittags;schon zogen breite, kühle, erquickende Schatten über die in goldiger Frühlingspracht sich zu unserenFüßen ausdehnende Landschaft dahin. Über reiche Gefilde schweifte der Blick zu fernen Gestaden,wo noch die Sonne den zerklüfteten Bergeshängen die letzten Strahlen sandte. Blaue Meeresbreitenwälzten in endlos gleicher Melodei ihre Wellen an das Land, und die Luft erzitterte in wohligerAbendwärme. Wir standen an dem äußersten Rande von Pompeji, wo sich die Vorstadt mit dereigentlichen Stadt verbindet. Vor uns schob sich energisch auf hohem Fels das Forum triangulärein die Landschaft hinein; rechts schweifte der Blick weit über den Golf, über antike Städte bis zurInsel Caprera, dem heutigen Capri. Zu unseren Füßen sahen wir Tempel und Villen vornehmerPatrizier, schauten in öffentliche Gärten und Badeanlagen mit offenen Hallen und Wasserbassins,in Parkanlagen, mit Triumphbögen geschmückt. Darüber hinweg dehnten sich bis ans Meer ingraubläulichen Tönen schimmernde Olivenhaine, durch die sich das blaue Band des Sarno schlängelte.In einem halbrunden, auf Malachitsäulen ruhenden Tempel saß auf goldgeschmücktem Marmorthronedie Göttin Ceres (modelliert vom Bildhauer Hammerschmidt), von der die Bewohner den Segenauf ihre Fluren herabbaten. Von dem Tempel führten mehrere Stufen unter dem Schatten einerbreitästigen Pinie hinab. Eine junge Pompejanerin saß dort und prüfte die angelegten Schmuck-kränze. Der Weg wendete sich den steilen Abhang hinunter, die Bewohner eilten zum Schmückendes Tempels herbei. Rechts stand ein Aussichtsturm, an dessen Sockel ein mit Marmor und Glas-
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Heinrich Hermanns
Blick auf den Golf von Neapel