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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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KUNSTHISTORISCHE AUSSTELLUNG

Simon Marmion, Leben des hl. Bertin

Neuwied, Fürst zu Wied

den Blick erneut auf diesen Meister gelenkt haben, den wir wohl besser als nach dem Hausbuchim Besitz des Fürsten Waldburg-Wolfegg nach den Stichen des Amsterdamer Kabinetts nennenmöchten, ist die Persönlichkeit des merkwürdigen Künstlers, der vom Niederrhein wie vom Ober-rhein gleich starke Anregungen erhalten hat, immer mehr in den Mittelpunkt der mittelrheinischenKunst gerückt worden. Die von Back vorbereitete Geschichte der mittelrheinischen Malerei wirdihm hier wohl endlich auch den richtigen Platz einräumen.

Auch für den äußersten Niederrhein hatte die Ausstellung wertvolles Material zur Stelle zuschaffen gesucht. Einen Koloristen allerersten Ranges, der in manchen Einzelheiten der landschaft-lichen Stimmung mit Grünewald wetteifert und in seinen goldig schillernden bizarren Farben an diedelikaten Reize japanischer Lackarbeiten oder an Limoger Emails erinnert, zeigte ein großes Trip-tychon aus der ehemaligen Sammlung Lyversberg im Aachener Münster. Dann aber war von demniederrheinischen Hauptmeister, von Jan Joest, das Doppelpaar seiner Hochaltarflügel aus derNikolaipfarrkirche zu Calcar hier aufgestellt, und zum ersten Male war es so möglich, das glänzendeund gewaltige Hauptwerk dieses Künstlers, der am Anfang des 16. Jahrhunderts als letzter Sprosseder großen holländischen Tafelmaler des vergangenen Jahrhunderts dasteht, in günstiger Beleuchtungzu zeigen. Die zwanzig Tafeln waren unmittelbar nebeneinander aufgebaut, natürlich ohne dengroßen geschnitzten Mittelschrein des Meisters Loedewich, der in Calcar zurückbleiben mußte.

Diese niederrheinischen Werke leiteten von selbst hinüber zu der niederländischen Malerei, derholländischen wie der flandrischen, von der die Kunst Westdeutschlands während des 15. und16. Jahrhunderts ihre wesentlichsten Anregungen empfangen hatte. Es war hier Wert darauf gelegtworden, gerade die Meister zu zeigen, die bestimmend auf die benachbarten deutschen Schulen ein-