KUNSTHISTORISCHE AUSSTELLUNG
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gewirkt hatten: neben Bartholomäus Bruyn stand Quentin Massys, dessen sprechende lebendigeCharakteristik der ehrenfeste, aber nüchterne Cölner freilich nicht erreichte.
Was an einzelnen Werken der niederländischen und der deutschen Schulen des 15. und 16. Jahr-hunderts sonst vertreten war, gehörte zu der Abteilung der westdeutschen Privatsammlungen, diein den unteren Räumen und in der oberen Galerie in geschlossener Folge Aufstellung gefundenhatten. Eine ganze Reihe erlesener Hauptwerke befand sich unter ihnen. Von älteren Werken derdeutschen Malerei noch das Dürer-Porträt aus dem Privatbesitz des Großherzogs von Hessen,das in vielem dem Münchener Bildnis des Oswald Krell verwandt erscheint. Von Albrecht Altdorferbrachte die Ausstellung ein bislang ganz unbekanntes feines Bildchen mit dem Abschied der Apostelaus Frankfurt, von Cranach vor allem die prachtvolle, koloristisch bedeutende und unvergleichlichmonumental aufgefaßte Madonna aus der Sammlung des Freiherrn von Heyl in Darmstadt. In demRaum, der mit den Gemälden aus dem Besitz des Fürsten von Wied gefüllt war, fesselten vor allemdie beiden wunderbaren Tafeln mit den Szenen aus dem Leben des heiligen Bertin von SimonMarmion. Der prince d'enluminure, wie ihn Jean Lemaire nennt, hat hier zwei Werke geschaffen,die in ihrer künstlerischen Qualität den Malereien Memlings am Ursulaschrein zu Brügge nochüberlegen sind, von einer unbeschreiblichen Feinheit in der Ausführung; und dabei welch eminenteskoloristisches Gefühl in diesen nur auf Schwarz und Gelbgrau gestimmten Tafeln mit dem alsleitende Farbe sich gleichmäßig durchziehenden gedämpften Rot! Die beiden merkwürdigen Tafelnriefen vor allem das uneingeschränkte Entzücken aller Künstler hervor. Von Seiten der französischenKunstgelehrten, die vergebens für ihre Ausstellung der Primitiven darum geworben hatten, wurdensie auf das eifrigste studiert. Die Tafeln, die 1459 geschaffen worden sind, dürften am ehesten mitden figurenreichen Kompositionen vonMemling in München und Turin ver- imv^^^^hglichen werden. Sie sind nur wesent-lich früher als alle datierbaren Bilderdieses Meisters.
Unter den Italienern fesselte vorallem das große, aus der Galerie desKönigs Wilhelm I. von Holland stam-mende Gemälde aus der FürstlichWiedschen Sammlung in Neuwied,das in dem sorgsam überlegten Rhyth-mus der schönen schlanken Gestalteine sichere Komposition Leonardoswiedergab, die kunsthistorische Weltimmer wieder aufs neue. Eine wun-dervolle Kunst der Raumausfüllungzeigt sich hier mit einem fast allzugeflissentlich betonten Kontrapost inder Bewegung. Der Entwurf schließtsich an die bekannten Kompositionender stehenden Leda an. Es ist dieSzene geschildert, wie die beidenDioskuren und die Schwestern Helenaund Klytämnestra eben die Eierschalendurchbrochen haben. Die Ausführungweist auf eine Gruppe von Bildernhin, für die man zuletzt ex consensugentium den Namen Gian Petrinofestgesetzt hat. Auf den bekanntenLeonardoschen Karton der heiligenAnna selbdritt in London geht dannein Bild Luinis zurück, das sich gleich-falls in der Sammlung des Fürstenvon Wied befindet.
Für Rembrandt brachte die Aus-stellung altes und neues; nicht we-niger als elf Bilder von ihm warenhier in den einzelnen Privatkollektionen
Rembrandt, Darstellung im Tempel
Hamburg, Konsul E. Weber