KUNSTHISTORISCHE AUSSTELLUNG
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Bekanntes ist in neuem Zusammenhang vorgeführt worden, neue und wichtige Ausblicke sinderöffnet worden. Die Zusammenstellung einer so stattlichen Reihe von frühen Altartafeln war über-haupt bislang noch niemals möglich gewesen; hier offenbarte sie zugleich, welch machtvolle Traditionund welche Fruchtbarkeit diese provinziale Schule aufwies. Durch die ganze Schule geht ein starkkonservativer Zug. Die Werke des Meisters Konrad von Soest, die um das Jahr 1400 geschaffensind, zeigen in der Anordnung und im Aufbau noch völlig den Stil aus der Mitte des vierzehntenJahrhunderts, und auch die beiden Gebrüder Dünwegge, die zum Beginn des dritten Jahrzehntsdes sechzehnten Jahrhunderts jenes riesige Altarwerk für die Dominikanerkirche in Dortmund schufen,hinken hinter der Entwicklung der Nachbarländer her. Fast unberührt erscheinen sie von derWandlung, die sich in dieser Zeit schon in den Niederlanden und auch am Niederrhein vollzogenhat. Dabei offenbaren die großen Altartafeln der Frühzeit aber höchst aparte koloristische Reize —ganz neue reiche und subtile Farbenstimmungen, und zumal durch die reichliche Verwendung desSilbers Akkorde, wie sie den Nachbarschulen völlig fremd sind. Die Anfänge der westfälischenMalerei führten außer den Werken des Meisters Konrad von Soest die großen Altartafeln aus Waren-dorf, aus St. Pauli zu Soest und aus Fröndenberg vor; die mittlere Zeit die Werke des SchöppingerMeisters, die Flügelpaare der Altäre von Schöppingen und von Haldern, und von dem Meister vonLiesborn die beiden Bruchstücke aus dem Kunstverein zu Münster. Die große Tafel aus St. Mariazur Höhe in Soest bildete den Übergang von der Schule des Liesborner Meisters zu der Kunst derGebrüder Dünwegge. Das außerordentliche Werk weist schon die Keime all der Vorzüge auf, diedie beiden Dortmunder Meister ein halbes Jahrhundert später ausbilden. Für die Erkenntnis derArt der Gebrüder Dünwegge, für die Beurteilung des Verhältnisses zu jener Bildergruppe, die manbislang dem Kappenberger Meister zugewiesen hatte, endlich für ihre ganze künstlerische Ein-schätzung bot die Ausstellung ein umfängliches und wertvolles Material.
Für die Beurteilung eines der bedeutendsten Meister vom Mittelrhein, wohl des führenden Geistes,des Hausbuchmeisters, hatte die Ausstellung das wichtigste Material zur Stelle geschafft, und esschien wenigstens möglich, auf Grund der hier zusammengestellten Hauptwerke eine Sonderungvorzunehmen, Gruppen zu bilden, auch die Aufeinanderfolge der Hauptwerke zu bestimmen, die sichum die große Kreuzigungstafel des Freiburger Museums gruppierten. Seit Max Lehrs und Flechsig
Aelbrecht Bouts, Christus und Maria
Aachen, Dr. Bock