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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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KUNSTHISTORISCHEfAUSSTELLUNG

Meister des Hausbuches, Die Kreuzigung

Freiburg i. Br., Städtisches Museum

Unmittelbar nach dem Tode Stephan Lochners ändert sich das ganze Bild, das die nieder-rheinische Malerei bietet. Den kölnischen Meistern wird jetzt durch die großen Niederländer dasKonzept allmählich verrückt. Im Anfang noch befangen, zögernd, wenden sie sich immer entschlossenerder lebhaften Dramatik der Niederländer zu, und zugleich lernen sie von ihnen den unbeugsamenund unbarmherzigen Respekt vor der Natur. Der erste dieser Künstler, der Meister des MünchenerMarienlebens, war mit dem schönen Kreuzigungsaltar aus der Sammlung der Frau D. Virnichvorzüglich vertreten. Der große Linzer Altar erwies sich als ein eigenhändiges Werk des sogenanntenLyversberger Meisters, und von dem Meister der Glorifikation konnte die Ausstellung ein wenigbekanntes Hauptwerk bringen, koloristisch eine der glanzvollsten Leistungen der ganzen Schule,das Votivbild des Grafen zu Neuenahr aus der Galerie von Carstanjen in Berlin. Von demMeister der Sippe war auch ein höchst merkwürdiges Frühbild ausgestellt: die Anbetung der heiligendrei Könige, im Besitz des Grafen Landsberg-Velen auf Schloß Gemen. Im 16. Jahrhundert stehendie Meister Joos van Cleef und Bartholomäus Bruyn im Vordergrund. Von dem letzteren brachtedie Ausstellung ein Hauptwerk: die Flügel des Essener Hochaltars vom Jahre 1525, die den großenStil des Meisters und sein bedeutendes Können vor seiner schmählichen Kapitulation vor demRomanismus am besten offenbaren. In aller Schärfe zeigt sich bei diesen letzten Künstlern wiederder niederländische Einfluß. Wegen der engen Beziehungen zu den Niederländern durch mehr alsein Jahrhundert hindurch war diesen niederländischen Meistern denn auch ein Hauptplatz eingeräumtalle Hauptmeister waren vertreten: Quentin Massys mit seinem entzückenden Diptychon im Besitzder Frau von Carstanjen in Berlin und seinem herrlichen Männerporträt aus der Galerie desFürsten von Liechtenstein in Wien, mit Hauptwerken vor allem Patenir und Herri met de Bles.

Während die Geschichte der niederrheinischen Malerei durch die Untersuchungen von LudwigScheibler, Eduard Firmenich-Richartz und Karl Aldenhoven heute in den Hauptzügen klar vorunseren Augen steht, während hier das wichtigste Bildermaterial in einer umfangreichen Ver-öffentlichung der Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde schon zusammengestellt vorlag, warenfür eine Geschichte der westfälischen Malerei kaum die ersten Linien gezogen und die Grenzenprovisorisch abgesteckt. Gerade für dieses Gebiet hat die Kunsthistorische Ausstellung in hohemMaße aufklärend wirken können. Kaum bekannte Werke sind ihren Verstecken entrissen worden,