KUNSTHISTORISCHE AUSSTELLUNG
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Hüter alten fürstlichen Familienbesitzes gestellt, die köstlichsten Tapisserien und Bilderhandschriftenzur Verfügung gestellt und selbst die wertvollsten und kunstgeschichtlich wichtigsten Gemälde ausden beiden Galerien zu Brüssel und zu Nordkirchen ausgewählt. Ein Raum mit Bildern aus demBesitz Seiner Durchlaucht des Fürsten Salm-Salm zu Anholt schloß sich an, weiter ge-schlossene Kollektionen aus der Sammlung Karl von der Heydt in Berlin und aus dem Besitzdes Freiherrn von Heyl zu Herrnsheim. Nur die Hauptsammler können hier noch genanntwerden, die ihre Schätze in der liberalsten Weise zur Verfügung gestellt hatten, der Graf undMarquis von Hoensbroech auf Schloß Haag, die Freiherren von Hövel auf Haus Gnadenthal,von Ketteier in Ehringerfeld, von Brenken auf Wewer, von Heyl zu Darmstadt und vonSteengracht auf Schloß Moyland, die Familienanwartschaft von Wesendonk zu Berlin, Herr Ritt-meister von zur Mühlen in Münster, die Herren Professor Martius in Kiel, Geheimer KommerzienratMichel in Mainz, Geheimer Kommerzienrat Peill in Düren, Herr Charles Sedelmeyer in Paris,Domkapitular Schnütgen in Cöln, Geheimer Regierungsrat Dr. von Kaufmann in Berlin, Ge-heimer Sanitätsrat Dr. Hoelscher in Mülheim am Rhein, Frau Dr. Virnich in Bonn und FrauProfessor Bachofen-Burckhardt in Basel. Ihnen und allen sonstigen Sammlern des In-und Aus-landes, den Direktoren der Museen zu Berlin, Dresden, Nürnberg, Cöln, Gotha, Mainz, Bonn,Münster, Budapest, Frankfurt a. M. und endlich allen Kirchenvorständen und Domkapiteln gebührtin erster Linie der Dank aller der Besucher, die sich in den vergangenen Sommermonaten an dieserkurzlebigen Galerie erfreuen durften.
Die Haupträume der Ausstellung waren den westdeutschen und niederländischen Gemälden vom14. bis zum 16. Jahrhundert zur Verfügung gestellt worden. Die hier vorgeführten Werke — undzumal die am Beginn der einzelnen Schulen stehenden — haben von Anfang an die Fachgenossenwie die Kunstfreunde und Liebhaber in vorderster Reihe angezogen, nicht nur wegen der in ihnengegebenen ununterbrochenen Entwicklung. Worin liegt diese immer werbende Kraft dieser frühenWerke? Wir sehen in ihr die Jugend unserer Kunst, und wir lieben diese Jugend in ihrer heiterenFrische, in all ihrer köstlichen Naivität, in ihrer derben Ehrlichkeit. Die Vorliebe für die Primitivenscheint in den letzten Jahren vielen fast zu einer Modekrankheit geworden zu sein, und allzu vor-sichtige Berater glauben schon ihre warnende Stimme erheben zu müssen. Soweit diese Neigung
Meister der hl. Sippe, Votivbild des Grafen zu Neuenahr
Berlin, Frau von Carstanjen