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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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KUNSTHISTORISCHE AUSSTELLUNG

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Anbetung des Kindes

Anholt, Fürst zu Salm-Salm

Die Ausstellung sollte das ganze Gebiet der west-deutschen Malerei, vornehmlich der nieder- und mittel-rheinischen, sowie der verwandten niederländischenund westfälischen umfassen, jedoch auch zu den Kunst-zentren des Oberrheins hinüberreichen, die mit Cölnund den Niederlanden als Gebende und Empfangendein regem Verkehr standen. Es schien von besondererBedeutung zu sein, die Entwicklung nicht erst am Be-ginn des 15. Jahrhunderts oder höchstens am Ende des14. einsetzen zu lassen, sondern die Ursprünge derwestdeutschen Malerei und ihrer einzelnen Schulen undStile weiter zurück zu verfolgen, so weit als irgendmöglich, und auf diese Weise eine Übersicht über diegesamte Entwicklung vom frühesten Mittelalter bis zurhöchsten Blüte und über diese hinaus zu geben. Fürdie früheren Jahrhunderte mußten dabei zur Ergänzungder Tafelmalerei zwei andere Gruppen herangezogenwerden: die Buchmalerei und die Wandmalerei. Dankdem Entgegenkommen der Verwaltungen der Biblio-theken, Archive und Kirchenschätze zu Aachen, Cöln,Trier, Düsseldorf, Berlin, Stuttgart, Darmstadt, Wies-baden, Gotha, Bremen usw., war es möglich geworden,eine ununterbrochene Reihe der hervorragendsten Werkeder Buchmalerei des Mittelalters von den kostbarstenSchöpfungen der karolingischen und ottonischen Maler-schulen anzugeben. Eine von Arthur Haseloff an-gelegte reiche Sammlung von Photographien, die in

einem eigenen Raum der Ausstellung untergebracht war, ergänzte die Originale durch die Vor-führung aller verwandten und parallelen Werke. Von den Wandmalereien auch nur kleine Probenan Ort und Stelle zu bringen, war natürlich ausgeschlossen. Die rheinische Provinzialkommission

und der Provinzialverein für Kunst und Wissen-schaft in Münster hatten aber schon seit acht Jahrendurch eine Reihe von besonders vorgebildetenMalern farbige Kopien nach diesen Dekorationenanfertigen lassen, die diese immer mehr ver-schwindenden malerischen Denkmäler mit mög-lichster Treue festhalten sollten. Aus diesen Samm-lungen war eine zwar nur kleine ausgesuchteAnzahl aus verschiedenen Jahrhunderten der Aus-stellung eingereiht, die aber doch eine ungefähreEntwicklung der monumentalen Malerei verdeut-lichen konnte.

Die frühesten Tafelmalereien des 13. Jahrhundertsaus Goslar und Münster schlössen sich direkt anjene Werke der gleichzeitigen Wandmalerei an undführten so von selbst zu den späten Tafelmalereienhinüber. Bei der Vorführung der Hauptgruppeder Meisterwerke der westdeutschen Malerei ausdem 15. und 16. Jahrhundert war natürlich nachverschiedenen Richtungen hin eine Auswahl not-wendig. Einmal konnte unmöglich die Absichtbestehen, bei dem Umfange des Gebietes die west-fälische, die niederrheinische, die mittel- und dieoberrheinische Schule gleichwertig zu bedenken.Für die niederrheinische Malerei besaß das be-nachbarte Wallraf-Richartz-Museum in Cöln, dasin einer Stunde vom Ausstellungsplatz zu erreichenwar, eine so vollständige und erschöpfende Reihevon erlesenen Stücken zum Teil allererster Qualität,

Verkündigung

Darmstadt, Hofbibliothek