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Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung, Grosse Gartenbau-Ausstellung : Düsseldorf 1904
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INTERNATIONALE KUNSTAUSSTELLUNG

Luis Graner-Arrufi

Der Mann mit der wollenen Decke

Repräsentationsbilde des jugendlichen Königsvon Spanien. Dem Kitsch der Gallegos,Barbado, Azuar und der beiden Salinashätte man auf das entschiedenste den Zugangzu einer ernsthaften Ausstellung verwehrensollen.

Aus Madrid und Sevilla hatten sich aucheine Anzahl Bildhauer an der Ausstellungbeteiligt. Die Porträtbiisten von Goya undMoreno-Carbonero, die Mariano Benlliurey Gil geschickt hatte, erzielten einen schönenErfolg, und ein Gleiches kann von denArbeiten der Künstler Querol y Subirats,Trilles, Uban und Bilbao y Martinezgesagt werden.

Mit der Reihenfolge der Säle, so hat esder Zufall gewollt, hob sich das Niveau derKunstleistungen, das schon in der belgischenAbteilung eine beachtenswerte Höhe erreichte.Von den Figurenmalern dieses Landes warenan erster Stelle der verstorbene Evenepoelund Henri Thomas aus Brüssel zu nennen, ersterer wegen der charakteristischen Wiedergabe einesPariser Kellercafes und letzterer wegen eines fein gemalten und gut beobachteten Kokottenbildes.Ferner Maurice Blieck, von dem ein großes leuchtendes Bild, eine Dame bei der Toilette dar-stellend, mit zum besten gehörte. Dierckx'Kind" mit dem Heiligenschein sollte wohl eine heiligeFamilie in einer allerdings etwas eigenen Auffassung vorstellen, hatte aber viel farbigen Reiz.Nicht übel stellte Vaes eine Dame in hellblauem Gewände vor einen kleinen Spiegel, währendHermann RichirsModell" wie mit Brandmalen übersät war, in der Behandlung des Beiwerksaber eine virtuose Handhabung des Pastellstiftes verriet. Fernand Khnopff brachte eines seinersymbolischen Bilder,Geheimnis" genannt, ein Werk tiefer Verinnerlichung. Courtens große Saumit Jungen auf der Lagerstätte sprach weniger durch das Motiv, als durch die wundervolle male-rische Ausführung an. Hervorragende koloristische Vorzüge hatte auch das flämische Dorf vonBaertson, die aber ein weniges durch den sich vordrängenden Himmel und den zu wenig plas-tischen Vordergrund beeinträchtigt wurden. Van Zevenberghen schwelgte in den starken Töneneines Jordaens, dagegen versuchte Alfred Verhaeren, ähnlich wie der Pariser Desire Lucas, sichmit Geschmack die Tonfeinheit Ostades, Rembrandts und Teniers zu eigen zu machen. Sehr frische,gemütvolle Schilderungen aus dem Kleinbürgerleben gaben Leemputten und Mertens, gute InterieursStacquet und Delaunois. An Bildnissen war nur das von Charlet braun in braun gemalteeines russischen Malers vertreten. Besonders erwähnt zu werden verdienten die kolorierten Zeich-nungen von Charles Michel, die mit knappen Mitteln und gutem Geschmack gearbeitet waren.Auch Constantin Meunier hatte ein Aqua-rellEisenarbeiter" geschickt. Die Land-schafter boten im allgemeinen die bekanntenVorzüge ihrer so malerisch bedachten Heimat.Verheyden, Victor Gilsoul, MauriceWagemanns, Heymanns, Claus, Fedh-mer, Bermier und Cassiers repräsentier-ten die verschiedenen belgischen Kunstzentrenaufs beste. Beachtung verdienten auch dieStilleben und Blumenstücke der Damen AliceRonner und Käthe Gilsoul-Hoppe.

Neben Frankreich dürfte Belgien das ge-lobte Land der Plastiker sein. ConstantinMeuniers Name, der sich neben den bestenbehauptet, konnte sich noch zu Lebzeitendes Meisters einer begeisterten Aufnahmeerfreuen. SeinemHafenarbeiter" traten vor-zügliche Arbeiten jüngerer Künstler an die

Seite, VOn denen nur die schöne, vortrefflich Albert Baertsoen Flämisches Dorf